Bahnverbindungen stärken nachhaltige Mobilität
Studie bestätigt Trend - Immer mehr Menschen nutzen den Zug auch im Urlaub – Südtirol baut das Angebot weiter aus
BOZEN (LPA). Immer mehr Menschen nutzen den Zug nicht nur für den Arbeitsweg, sondern auch in ihrer Freizeit und für Urlaubsreisen. Darauf weist eine kürzlich veröffentlichte Studie von SWG (Marktforschungsinstitut) und Trainline in Zusammenarbeit mit IDM Südtirol hin. Demnach geben europaweit 61 Prozent der Befragten an, bereits einmal mit dem Zug verreist zu sein oder sich dies vorstellen zu können. In Italien liegt dieser Anteil mit 66 Prozent sogar noch höher.
Damit die Bahn tatsächlich zu einer attraktiven Alternative zum Auto für Städtereisen, Wochenendausflüge oder Sommerurlaube wird, braucht es komfortable Verbindungen, kurze Reisezeiten und attraktive Angebote. In der ersten Hälfte der laufenden Legislaturperiode wurden in diesem Bereich wichtige Fortschritte erzielt, betont Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider: "Unser Ziel ist es, mit der Bahn eine angenehme, effiziente und kostengünstige Alternative zum Auto anzubieten, sei es für den täglichen Arbeitsweg, die Geschäftsreise nach Mailand, den Städtetrip nach Wien oder Rom oder den Urlaub am Meer in Apulien. Dafür haben wir viel gearbeitet und werden diesen Weg konsequent weitergehen."
Auch für die Südtiroler Wirtschaft spielt eine leistungsfähige Bahnverbindung über den Brenner eine zentrale Rolle. Die Handelskammer Bozen setzt sich gemeinsam mit den Wirtschaftsverbänden und den Partnern entlang des Brennerkorridors seit Jahren für den Ausbau des Schienengüterverkehrs und bessere grenzüberschreitende Verbindungen ein. Ziel ist es, mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu verlagern, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken und gleichzeitig die Umweltbelastung zu reduzieren.
"In den vergangenen Jahren wurden im Bahnverkehr von und nach Südtirol zahlreiche wichtige Fortschritte erzielt. Gleichzeitig besteht weiterhin Handlungsbedarf. Insbesondere der grenzüberschreitende Bahnverkehr muss einfacher, verlässlicher und effizienter werden. Dazu gehören der Abbau technischer und administrativer Hürden zwischen den Ländern, zusätzliche Kapazitäten für den Güterverkehr, eine bessere Abstimmung der Fahrpläne sowie der rasche Ausbau der notwendigen Infrastrukturen entlang des gesamten Brennerkorridors. Nur so kann die Bahn ihr Potenzial als nachhaltiges Verkehrsmittel für Wirtschaft und Bevölkerung voll entfalten", unterstreicht Handelskammerpräsident Michl Ebner.
Zusatzinformationen
Die Fortschritte auf der Schiene in den vergangenen Jahren
In den vergangenen Jahren wurden mehrere Maßnahmen zur Stärkung des Bahnverkehrs von und nach Südtirol umgesetzt, berichtet das Landesressort für Infrastruktur und Mobilität. Im April 2024 wurden die zuvor auf der Brennerachse eingesetzten Eurocity-Züge durch moderne Railjets der neuesten Generation der ÖBB ersetzt.
Ebenfalls im Sommer 2024 wurde nach zwölfjähriger Unterbrechung die direkte Intercity-Verbindung zwischen Südtirol und Apulien wieder eingeführt. Seither verbindet täglich ein Zugpaar die beiden Regionen. Vor allem in den Sommermonaten ermöglicht dies eine direkte Bahnverbindung zu den Badeorten an der Adriaküste.
Im Dezember 2024 folgte die Einführung des neuen RegioExpress zwischen Mailand und Bozen. Die Verbindung entstand in Zusammenarbeit zwischen der Region Lombardei sowie den autonomen Provinzen Trient und Bozen und bietet eine direkte Anbindung an Mailand und den Gardasee.
Seit Anfang 2026 wird der südtirolmobil Pass erstmals als Ermäßigungskarte im Fernverkehr der Westbahn anerkannt. Passinhaberinnen und Passinhaber erhalten zehn Prozent Rabatt auf den Westflex-Tarif im gesamten Streckennetz. Die Kooperation soll zusätzliche Anreize schaffen, bei Reisen nach Österreich und Süddeutschland auf die Bahn umzusteigen. Gleichzeitig laufen Gespräche über mögliche Direktverbindungen der Westbahn nach Südtirol.
Eine weitere Neuerung ist bereits für das kommende Jahr vorgesehen: Dann sollen die neuen Frecciarossa-Verbindungen von Mailand und Rom über Südtirol nach München ihren Betrieb aufnehmen.
red/kat
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- Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider (rechts im Bild) und Handelskammerpräsident Michl Ebner (links) unterstreichen die Bedeutung leistungsfähiger, zuverlässiger und attraktiver Bahnverbindungen als Alternative zum Individualverkehr. (Foto: LPA/Ingo Dejaco) » [IMG 6 MB]
- Eine aktuelle Studie von SWG und Trainline in Zusammenarbeit mit IDM Südtirol zeigt die wachsende Bedeutung der Bahn für Freizeit- und Urlaubsreisen. (Foto: LPA/Peter Daldos) » [IMG 8 MB]