Bayern, Südtirol und Trentino: Gemeinsame Lösungen am Brenner
Landesrat Alfreider und Bayerns Verkehrsminister Bernreiter setzen auf gemeinsame Lösungen – höhere Maut für den Güterverkehr zu Spitzenzeiten soll den Verkehr entlasten.
BOZEN (LPA). Das Land Südtirol, der Freistaat Bayern und das Trentino haben im Mai eine gemeinsame Machbarkeitsstudie zur Einführung einer variablen Maut für den Güterverkehr auf der Brennerachse gestartet. Mit einem ersten Treffen der Arbeitsgruppe wurde die Zusammenarbeit konkret aufgenommen. Die Studie soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden.
Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider unterstreicht: "Die Studie zur variablen Maut ist ein weiterer wichtiger Beitrag auf dem Weg zu gemeinsamen Lösungen entlang der Brennerachse. Gerade beim sensiblen Thema des alpenquerenden Güterverkehrs können nur abgestimmte grenzüberschreitende Maßnahmen wirksam sein. Einzelmaßnahmen können auf einem gemeinsamen Korridor niemals zielführend sein."
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter spricht sich für gemeinsame Lösungen entlang des Brennerkorridors aus: "Maßnahmen wie Blockabfertigung und Nachtfahrverbote sind nicht die Lösung. Wir müssen weiter im Dialog bleiben, um einen funktionierenden Brennertransit sicherzustellen. Eine variable Maut könnte dabei eine wichtige Rolle spielen."
Ziel der Studie ist es, die technische, rechtliche und wirtschaftliche Umsetzbarkeit sowie die verkehrliche Wirksamkeit eines variablen Mautsystems zu prüfen. Das Grundprinzip: In Zeiten besonders hoher Verkehrsbelastung – etwa zu Spitzenstunden oder an stark frequentierten Tagen – soll die Maut höher ausfallen, während sie in verkehrsärmeren Zeitfenstern günstiger gestaltet wird. Dadurch soll der Güterverkehr verstärkt außerhalb der Stoßzeiten abgewickelt und die stark belastete Brennerautobahn entlastet werden. Erste Simulationen zeigen, dass eine deutlich erhöhte Maut in Spitzenzeiten Fahrten in diesen Zeiträumen reduzieren kann.
Die Studie untersucht unter anderem, wie ein solches Mautsystem konkret ausgestaltet werden kann, welche Formen der zeitlichen und tariflichen Differenzierung sinnvoll und rechtlich zulässig sind und wie Transportunternehmen auf unterschiedliche Mauthöhen reagieren würden. Zudem sollen mögliche Auswirkungen auf Verkehrsflüsse, Umwelt und Wirtschaft analysiert werden.
Bayerns Verkehrsminister Bernreiter betont den dringenden Handlungsbedarf am Brenner: "Der Brenner ist eine der wichtigsten Verkehrsadern Europas und gleichzeitig ein Nadelöhr. Der Straßengüterverkehr nimmt weiter zu und führt zu Konflikten. Bayern setzt daher auf gemeinsame Lösungen mit den beteiligten Regionen, um den Verkehr zu entzerren, Staus zu vermeiden und gleichzeitig die Interessen von Wirtschaft und Bevölkerung zu berücksichtigen. Die angekündigte Sperre des Brenners am 30. Mai im Zuge einer Demonstration zeigt zusätzlich, wie dringend gemeinsame Lösungen notwendig sind."
Der Ansatz einer variablen Maut wird auch auf europäischer Ebene positiv bewertet und als Teil einer Gesamtlösung für den Brennerkorridor gesehen. Die Ergebnisse der Studie sollen eine fundierte Grundlage für mögliche weitere politische und verkehrsplanerische Maßnahmen entlang des Brennerkorridors liefern. Davon zu unterscheiden ist die bereits bestehende Idee einer digitalen Verkehrssteuerung mittels Slot-Systems. Aufgrund der laufenden Klage Italiens gegen die Verkehrsbeschränkungen des Landes Tirol sind die Überlegungen dazu derzeit ausgesetzt.
red/kat
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- Im Mai haben das Land Südtirol, Bayern und das Trentino eine gemeinsame Machbarkeitsstudie zur Einführung einer variablen Maut für den Güterverkehr auf der Brennerachse gestartet. Am Arbeitstreffen nahmen von links teil: Monika Steinmetz (StMB), Michael Andergassen (Land Südtirol), Silvia Obwexer (persönliche Referentin des Landeshauptmanns), Paola Lecce (Land Trentino), Enrico Pastore (TRT – Trasporti e Territorio) und Loredana Zani (TRT). (Foto: LPA/Ressort Infrastrukturen und Mobilität) » [IMG 5 MB]
- Mit einem ersten Treffen der Arbeitsgruppe wurde die Zusammenarbeit konkret aufgenommen. Die Studie soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. (Foto: LPA/Ressort Infrastrukturen und Mobilität) » [IMG 5 MB]
