Citizen Science: Beobachtungen tragen zum Naturschutz bei

28.05.2026, 14:30

Bevölkerung ist weiterhin aufgerufen, Beobachtungen zehn ausgewählter, geschützter Tier- und Pflanzenarten über ein Online-Formular zu melden

Der Große Eichenbock (Cerambyx cerdo) ist eine der zehn ausgewählten, geschützten Tier- und Pflanzenarten, die im Rahmen des Citizen-Science-Projekts des Landesamtes für Natur erhoben werden. Er kommt in Eichenwäldern vor und bevorzugt wärmere Lagen. (Foto: LPA/Andrea Prünster)
Der Große Eichenbock (Cerambyx cerdo) ist eine der zehn ausgewählten, geschützten Tier- und Pflanzenarten, die im Rahmen des Citizen-Science-Projekts des Landesamtes für Natur erhoben werden. Er kommt in Eichenwäldern vor und bevorzugt wärmere Lagen. (Foto: LPA/Andrea Prünster)

BOZEN (LPA). Im Etschtal ist der Große Eichenbockkäfer schon unterwegs und im Süden Südtirols blüht der Frauenschuh auf: In diesen Tagen treffen die ersten Meldungen naturkundlicher Beobachtungen im Landesamt für Natur ein. Dieses sammelt im Rahmen eines "Citizen Science"-Projekts weiterhin Beobachtungen zehn ausgewählter, geschützter Tier- und Pflanzenarten in Südtirol.

"Nur was man kennt, kann man auch schützen. Dieses Projekt bindet die Bürgerinnen und Bürger aktiv in den Naturschutz ein und trägt dazu bei, mehr über das Vorkommen und die Verbreitung gefährdeter bzw. geschützter Arten in Südtirol zu erfahren", unterstreicht der Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz Peter Brunner. Die Daten über die Verbreitung von Pflanzen und Tieren würden die Grundlage für wirksamen Naturschutz bilden, ergänzt Leo Hilpold, Direktor des Landesamtes für Natur: "Wir danken allen Beobachterinnen und Beobachtern, die einen wichtigen Beitrag für die Naturschutzarbeit leisten, und freuen uns über jede Meldung!"

250 Meldungen in zwei Jahren

Dass das Citizen-Science-Projekt funktioniert, zeigen die Zahlen: "In den vergangenen zwei Jahren sind rund 250 Meldungen eingegangen", berichtet Edith Bucher vom Landesamt für Natur. "Zwei Drittel dieser Meldungen beziehen sich auf die zehn ausgewählten gesuchten Arten. Die restlichen Meldungen umfassen ein breit gestreutes Artenspektrum - von der Wespenspinne bis zur Hornotter, vom Nashornkäfer bis zum Wiedehopf – die, falls überprüfbar, auch in die Datenbank aufgenommen werden."

Auch 2026 ist das Citizen-Science-Projekt gut angelaufen, fährt Bucher fort: "Die erste Beobachtung des Jahres stammte vom Mitterberg im Unterland, wo die Stinkende Nieswurz, eine in Südtirol bisher nur sehr selten nachgewiesene Art, beobachtet wurde. Weitere interessante Meldungen betrafen den Waldtrapp in Eppan oder die Gelbbauchunke, die in einem Gartenteich gesichtet wurde."

Beobachtungen online melden

Mitmachen und mit den eigenen Beobachtungen zum Citizen Science-Projekt beitragen können alle Interessierten. In den nächsten Wochen sind zunehmend Beobachtungen des Frauenschuhs und des Großen Hirschkäfers möglich. Welche weiteren geschützten Arten interessieren, woran man sie erkennt und wie man eine Beobachtung meldet – diese Informationen gibt es unter www.provinz.bz.it/citizen-science, wo die Arten-Steckbriefe und das Online-Meldeformular zu finden sind.

Das Citizen-Science-Projekt wird durchgeführt vom Landesamt für Natur in Kooperation mit dem Naturmuseum Südtirol, dem Landesamt für Forstplanung und Eurac research.

mpi

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