Euregio-Veranstaltung: Claudia de’ Medicis Vermächtnis wurde lebendig

27.03.2026, 08:00

Euregio-Kulturdonnerstag anlässlich des 400. Hochzeitsjubiläums mit Leopold V. von Habsburg – Sabina Mair und Alessio Nalesini blickten auf das Wirken dieser Schlüsselfigur der Tiroler Geschichte

Sie erwarteten gespannt die Veranstaltung (von links): Euregio-Vertreter Dominik Holzer, Landeshauptmannstellvertreterin Rosmarie Pamer, Buchautorin Sabina Mair, Illustrator Alessio Nalesini, Sängerin Giorgiana Pelliccia und Alessandro Baldessarini mit Laute (Foto: LPA/Jacopo Coen)
Sie erwarteten gespannt die Veranstaltung (von links): Euregio-Vertreter Dominik Holzer, Landeshauptmannstellvertreterin Rosmarie Pamer, Buchautorin Sabina Mair, Illustrator Alessio Nalesini, Sängerin Giorgiana Pelliccia und Alessandro Baldessarini mit Laute (Foto: LPA/Jacopo Coen)

BOZEN (LPA). Ist Claudia de‘ Medici „Tirols vergessene Heldin“? Über diese Frage lässt sich leidlich streiten, wie der Euregio-Kulturdonnerstag am 26. März in Bozen gezeigt hat. In einem Kamingespräch mit Buchautorin Sabina Mair und Buchillustrator Alessio Nalesini führte Moderatorin Elisa Tappeiner durch einen Abend zwischen szenischer Lesung, untermalt durch die barocken Musikklänge von Alessandro Baldessarini an der Laute und Sängerin Giorgiana Pelliccia.

Die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino hatte das 400-Jahr-Jubliäum der Vermählung von Claudia de‘ Medici mit Erzherzog Leopold V. von Habsburg, Bruder von Kaiser Ferdinand II., zum Anlass genommen, auf das faszinierende Leben dieser Schlüsselfigur für die politische und kulturelle Strukturierung Tirols zu blicken.

Südtirols Landeshauptmannstellvertreterin Rosmarie Pamer betonte in ihren Grußworten: „Der Euregio-Kulturdonnerstag rückt Themen in den Fokus, die uns in Tirol, Südtirol und dem Trentino verbinden – wie das Wirken von Claudia de’ Medici. Sie war eine prägende Persönlichkeit und wirft auch die Frage auf, ob unser kollektives Gedächtnis den Frauen gerecht wird, die Geschichte geschrieben haben, aber oft nur als ‚Ehefrau von‘ oder ‚Mutter von‘ wahrgenommen wurden.“

„Tirol vor Verwüstung bewahrt“

Sabina Mair entführte das Publikum in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts. „Als Autorin möchte ich das Schicksal von Claudia de' Medici sichtbar machen. Sie ist eine Heldin der Tiroler Geschichte, die während des 30-jährigen Krieges Tirol vor Verwüstung bewahrte und für wirtschaftlichen Aufschwung sorgte“, sagte Mair: „Als Frau, Ausländerin und Mutter von fünf Kindern gab sie niemals auf. Anlässlich des 400. Hochzeitsjubiläums sollten wir ihr Vermächtnis lebendig werden lassen, besonders für die jüngeren Generationen.“

 „Geschichte zum Leben erweckt“

Alessio Nalesini berichtete von seiner Herangehensweise: „Als Illustrator stellte ich mich der spannenden Herausforderung, einen Teil der Tiroler Geschichte zum Leben zu erwecken. Es war meine Aufgabe, die Geschichte zwischen den Zeilen lebendig zu machen und die Menschlichkeit der Akteure in den Vordergrund zu rücken. Jede Illustration soll als Inspirationsquelle dienen, um die Geschichte näher zu erkunden und die eigene Fantasie zu beflügeln. Sie sind ein Buch im Buch, das einlädt, in die Tiefen der historischen Erzählungen einzutauchen.“ 

Dass die aus Florenz stammende Erzherzogin von Tirol in ihrem Herrschaftsbereich, zu dem das heutige Euregio-Gebiet gehörte, Spuren hinterlassen hat, machten Mair und Nalesini deutlich. Dass sie nicht in Vergessenheit gerät, bewies unter anderem der voll besetze Keller im Waaghaus und die vielen Fragen aus dem Publikum.

gst