Fotograf Gregor Sailer wird mit Paul-Flora-Preis 2026 ausgezeichnet

03.05.2026, 07:00

Künstler befasst sich mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen – Preisübergabe am 14. September in Innsbruck

Der Nordtiroler Gregor Sailer wird in diesem Jahr mit dem Paul-Flora-Preis ausgezeichnet. Kulturlandesrat Philipp Achammer und Tirols Kulturreferent, Landeshauptmann Anton Mattle werden den Preis am 14. September in Innsbruck überreichen. (Foto: Land Tirol/Patrick Saringer)
Der Nordtiroler Gregor Sailer wird in diesem Jahr mit dem Paul-Flora-Preis ausgezeichnet. Kulturlandesrat Philipp Achammer und Tirols Kulturreferent, Landeshauptmann Anton Mattle werden den Preis am 14. September in Innsbruck überreichen. (Foto: Land Tirol/Patrick Saringer)

BOZEN/INNSBRUCK (LPA). Der Nordtiroler Gregor Sailer erhält für sein beeindruckendes künstlerisches Schaffen den Paul-Flora-Preis 2026. Mit dieser Auszeichnung ehren die beiden Länder Südtirol und Tirol herausragende Leistungen junger Kunstschaffenden im Bereich der zeitgenössischen bildenden Kunst. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die diesjährige Preisverleihung findet am 14. September im Taxispalais Kunsthalle Tirol in Innsbruck statt. Die Übergabe erfolgt durch Tirols Landeshauptmann und Kulturreferenten Anton Mattle sowie Südtirols Kulturlandesrat Philipp Achammer.

"Gregor Sailers Werke sind von internationaler Strahlkraft und zeugen von großer künstlerischer Sensibilität. Mit seinem Blick für das Verborgene und seiner Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge sichtbar zu machen, bereichert er die Kunstlandschaft weit über unsere Landesgrenzen hinaus. Der Paul-Flora-Preis würdigt sein außergewöhnliches Schaffen", betont Landesrat Achammer. Der Tiroler Landeshauptmann und Kulturreferent Mattle ergänzt dazu: "Mit Gregor Sailer zeichnen wir einen Künstler aus, der mit seinen fotografischen Langzeitprojekten neue Perspektiven eröffnet und gesellschaftlich relevante Themen aufgreift. Seine Arbeiten regen zum Nachdenken an und zeigen, wie Kunst Brücken zwischen Regionen und Menschen schlagen kann. Ich gratuliere herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung."

Paul-Flora-Preis: Grenzüberschreitende Förderung junger Künstlerinnen und Künstler

Seit 2010 wird der Paul-Flora-Preis in Erinnerung an den im Jahr 2009 verstorbenen Künstler Paul Flora abwechselnd in Tirol und Südtirol verliehen. Über die Vergabe entscheidet eine Fachjury. Im vergangenen Jahr erhielt die Tiroler Künstlerin Margarethe Drexel aus Steeg im Lechtal den Preis (LPA hat berichtet). Die Jury besteht aus Nina Tabassomi (Direktorin Taxispalais Kunsthalle Tirol) für das Land Tirol, Sabine Gamper (Kuratorin für zeitgenössische Kunst) für das Land Südtirol sowie Andreas Flora, der die Familie des Namensgebers vertritt.

Zusatzinformationen

Gregor Saier: Fotograf zwischen Kunst und Forschung

BOZEN/INNSBRUCK (LPA). Gregor Sailer (geboren 1980 in Schwaz, lebt und arbeitet in Vomp) hat Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie und Experimentalfilm an der Fachhochschule Dortmund studiert. International bekannt wurde er durch seine fotografischen Langzeitprojekte, in denen er mit einer analogen Fachkamera Orte dokumentiert, die der Öffentlichkeit meist verschlossen sind. Dazu zählen etwa Kulissenstädte für militärische Trainings, abgeschottete Forschungs- und Militäreinrichtungen in der Arktis sowie hochmoderne, KI-gesteuerte Anlagen zur Nahrungsmittelproduktion.

Mit Werkserien wie "Closed Cities", "The Potemkin Village" oder "The Polar Silk Road" hat Sailer international für Aufsehen gesorgt. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Londoner Naturhistorischen Museum und beim renommierten Fotofestival Rencontres d'Arles (Frankreich) ausgestellt. 2022 widmete ihm das Kunsthaus Wien eine umfassende Retrospektive. Sein jüngstes Projekt "Cockaigne" ist derzeit im Naturhistorischen Museum in Wien zu sehen. Darin setzt sich Sailer mit der Zukunft der Welternährung im Kontext von Klimakrise und Bevölkerungswachstum auseinander.

Mit dem Paul-Flora-Preis 2026 würdigen Tirol und Südtirol einen Künstler, der mit seiner Arbeit aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen aufgreift und die Grenzen zwischen Kunst, Wissenschaft und Dokumentation eindrucksvoll überschreitet, heißt es in der Begründung der Jury. 

red/ck