GEOPARC Bletterbach stellt Weichen für die Zukunft

26.05.2026, 13:45

Kleinstes Teilgebiet des Dolomiten UNESCO Welterbes erweitert seine Tätigkeit – Ausbau des Forschungsstandorts – Einbindung der Bevölkerung

Welterbe der UNESCO: Präsident Peter Daldos, Landesrat Peter Brunner, Direktorin Hannah Pomella (von links) zeigten die Einzigartigkeit des GEOPARC Bletterbach auf und skizzierten den Weg in die Zukunft. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)
Welterbe der UNESCO: Präsident Peter Daldos, Landesrat Peter Brunner, Direktorin Hannah Pomella (von links) zeigten die Einzigartigkeit des GEOPARC Bletterbach auf und skizzierten den Weg in die Zukunft. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

BOZEN/ALDEIN (LPA). Ein weltweit einzigartiger Ort, an dem sich 270 Millionen Jahre Erdgeschichte lesen lassen: Mit der Bletterbachschlucht zwischen Aldein und Radein besitzt Südtirol "ein Erbe, das uns stolz macht, ein internationales Aushängeschild, aber auch ein Juwel für Südtirol. Unser Ziel ist es, dieses Potenzial noch stärker sichtbar zu machen und gemeinsam mit der Bevölkerung weiterzuentwickeln2, betonte der Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz Peter Brunner bei der Pressekonferenz zum GEOPARC Bletterbach am 26. Mai im Landhaus 1 in Bozen.

Das Naturdenkmal Bletterbach bildet das kleinste der neun Teilgebiete des Dolomiten UNESCO Welterbes. Die Koordination des Welterbes in Südtirol liegt bei der Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumwentwicklung. "Deren Erfahrung war maßgeblich für die Ausarbeitung des Landesgesetzes Nr. 13/2023, das ihr die Koordination aller UNESCO-Anerkennungen in Südtirol überträgt", erklärte der Landesrat.

"Neben seiner wissenschaftlichen Bedeutung als natürliches Freiluftlabor schafft der GEOPARC Bletterbach einen spürbaren Mehrwert für die Region und stärkt die lokale Entwicklung", unterstrich Brunner. "Aktuell arbeiten wir daher an einem neuen Finanzierungsmodell für den GEOPARC, das künftig mehr Planungssicherheit gewährleisten wird."

Ziel ist Ganzjahresbetrieb

Notwendig geworden ist dieses auch durch die starke Entwicklung in den vergangenen Jahren: Wie Peter Daldos, Präsident des GEOPARC Bletterbach, betonte, zählt der GEOPARC mittlerweile zwischen 40.000 und 50.000 Besucherinnen und Besucher aus ganzen Welt in rund sechs Monaten Öffnungszeit. "Im Jahr 2005, bei der Eröffnung des Besucherzentrums in Aldein, war man von rund 17.000 Besucherinnen und Besuchern ausgegangen", sagte Daldos. Mit der Umwandlung in einen Sonderbetrieb der Gemeinde Aldein im Jänner 2026 stelle sich der GEOPARC deshalb neu auf: "Wir möchten hin zu einem Ganzjahresbetrieb kommen, als Besucherattraktion, aber insbesondere auch als Forschungszentrum."

Um diese Neuausrichtung umzusetzen, hat Hannah Pomella, Wissenschaftlerin mit Forschungsschwerpunkt Geologie der Alpen, 2025 die Direktion des GEOPARC Bletterbach übernommen. "Die Bletterbachschlucht wird zwar weiterhin im Winter nicht zugänglich sein. Ziel ist es jedoch, das Besucherzentrum zu erweitern und ganzjährig zu öffnen. Parellell dazu bauen wir die Angebote für Besuchende und Schulklassen aus", erklärte Pomella.

Besuchermagnet und Forschungszentrum

Ein weiterer Schwerpunkt sei der Ausbau des Forschungsstandorts Bletterbach. "Wie nirgends sonst auf der Welt lässt sich in der Bletterbachschlucht mit zahlreichen Saurierspuren und fossilen Pflanzenresten die Paläoökologie des Perms nachvollziehen", berichtete die Direktorin. So nutze etwa die European Space Agency ESA die Ähnlichkeit der Gesteine in der Schlucht mit jenen am Mars und führe jährlich Astronautentrainings im Bletterbach durch. Als Lead Partner im Interreg Projekt "CRITIS–Kritische Kipppunkte im Erdsystem. Lehren aus der Vergangenheit für die Zukunft" gelingt es dem GEOPARC zudem, Drittmittel zu akquirieren, führte Pomella aus.

Wichtiges Ziel sei es nicht zuletzt auch, die Bevölkerung verstärkt einzubinden: Mit Veranstaltungen für Schulen und Vereine, aber auch für die Dorfbevölkerung von Aldein und Radein, um die Identifikation mit dem UNESCO-Welterbe nachhaltig zu stärken.

mpi

Nachhaltigkeit

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