Internationale Impulse für die Radmobilität in Südtirol
Experte Morten Kabell spricht beim STA-Mobilitätslehrgang über das Potential des Fahrrads in Südtirol – Für Mobilitätslandesrat Alfreider Bestätigung, dass das Land auf dem richtigen Weg ist
BOZEN (LPA). "Südtirol hat sehr gute Voraussetzungen, um die alltägliche Radmobilität weiter zu stärken": So die Einschätzung des internationalen Referenten Morten Kabell, der als Experte in Sachen Mobilität gilt und der jüngst beim Mobilitätslehrgang (das LPA hat berichtet) der Südtiroler Transportstrukturen AG STA geladen war.
Im Modul zur Radmobilität sprach Kabell, der Bürgermeister von Kopenhagen war, zum Thema „How to create better cities? Copenhagen as an example“. Dabei zeigte er konkrete Ansätze zur Planung moderner Radinfrastruktur und Strategien auf, um das Fahrrad als alltägliches Verkehrsmittel weiter zu stärken. Das Beispiel Kopenhagen verdeutliche, wie Investitionen in sichere, durchgängige und gut integrierte Radwege langfristig zu mehr Lebensqualität, effizienterer Mobilität und besserem Klimaschutz beitragen können.
„In die Radmobilität zu investieren bedeutet, in ein effizientes, schnelles und nachhaltiges Verkehrssystem zu investieren. Das Fahrrad ist ein konkretes Instrument, um europäische Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig die Lebensqualität der Menschen zu verbessern“, betonte Kabell.
Auch Südtirol verfüge laut dem dänischen Experten über sehr gute Voraussetzungen, um die Fahrradkultur weiter auszubauen. „Südtirol hat kompakte Städte, gute klimatische Bedingungen und großes Potenzial, damit das Fahrrad noch stärker zur alltäglichen Wahl wird“, sagte Kabell.
„Die positive Einschätzung eines internationalen Experten wie Morten Kabell bestätigt, dass Südtirol auf dem richtigen Weg ist“, unterstreicht Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider. „Radmobilität funktioniert nur, wenn sie sicher, durchgängig und im Alltag bequem ist. Deshalb investiert das Land jährlich rund 70 Millionen Euro: nicht in einzelne, isolierte Radwege, sondern in ein Netz, das Dörfer, Städte, Schulen, Bahnhöfe und Arbeitsplätze besser miteinander verbinden soll. Unser Ziel ist es, den Bürgerinnen und Bürgern eine echte, konkrete und nachhaltige Alternative für ihre täglichen Wege zu bieten.“
Der von der STA organisierte Mobilitätslehrgang umfasst fünf Module zu zentralen Themen nachhaltiger Mobilität: Radmobilität, Elektromobilität, Mobility Management, integrierte Planung und Beteiligungsprozesse. Der Lehrgang richtet sich an politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, Planerinnen und Planer, Technikerinnen und Techniker, Fachleute aus der öffentlichen Verwaltung sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Forschung. Teil des Programms ist auch eine Studienreise in die Niederlande, nach Utrecht und Maastricht, vom 19. bis 21. Mai, bei der internationale Beispiele moderner Mobilitätsplanung vertieft werden.
"Der Austausch mit internationalen Experten wie Morten Kabell bestätigt das Potenzial des Fahrrads als festen Bestandteil des Südtiroler Mobilitätssystems und stärkt den vom Land eingeschlagenen Weg hin zu einer effizienteren, nachhaltigeren und alltagsnäheren Mobilität", schließt Alfreider.
Morten Kabell war Bürgermeister von Kopenhagen und in dieser Funktion unter anderem für Verkehr, Mobilität und Klima verantwortlich. Zudem war er Co-CEO der European Cyclists’ Federation. Heute arbeitet er als Urbanist und Advisor und unterstützt Unternehmen und Organisationen bei Entscheidungsprozessen rund um Stadtentwicklung und nachhaltige Mobilität.
red/gm/pir