Jubiläumsfeier mit Kunst, Geschichte und Blick in die Zukunft
100 Jahre Fachschule für Landwirtschaft, Hauswirtschaft und Ernährung Dietenheim - Schülerinnen und Schüler im Zentrum der Feier am 29. Mai - Einweihung eines partizipativen Kunstprojektes
BRUNECK (LPA). Mit großem Engagement führten Schülerinnen und Schüler durch das Festprogramm und nahmen die Gäste mit auf eine Reise durch die Geschichte ihrer Schule. Diese reicht zurück bis in die Jahre 1925/26, als die ersten Viehhalterkurse abgehalten wurden, und zum Schuljahr 1926/27, in dem der reguläre Unterricht begann. Mit den Schülerinnen und Schülern feierten Lehrerinnen und Lehrer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Vertreter und Vertreterinnen des Südtiroler Bauernbundes und der Südtiroler Bäuerinnenorganisation am 29. Mai das 100-jährige Bestehen der Fachschule für Landwirtschaft, Hauswirtschaft und Ernährung in Dietenheim.
Schülerinnen präsentierten nicht nur historische Einblicke, sondern auch Interviews mit Absolventinnen und Absolventen, die ihre persönlichen Erfahrungen und beruflichen Wege schilderten. Die Bläsergruppe der Schule unter der Leitung von Hannes Burger gestaltete die Feierstunde musikalisch. Einen inhaltlichen Akzent setzte die vierte Klasse mit einem Fachvortrag über den gesamtgesellschaftlichen Mehrwert der Landwirtschaft. Dabei wurde die vielfältige Bedeutung der Landwirtschaft für Versorgung, Landschaftspflege und gesellschaftliches Leben herausgearbeitet.
"Es erfüllt mich mit großer Freude und auch mit Stolz zu sehen, mit welchem Engagement und welcher Professionalität unsere Schülerinnen und Schüler diesen Vormittag gestaltet haben", unterstrich Direktorin Gertraud Aschbacher und bedankte sich bei den Schülerinnen und Schülern: "Sie haben nicht nur die Geschichte unserer Schule lebendig werden lassen, sondern auch gezeigt, wie stark sie sich mit ihrer Ausbildung und deren Werten identifizieren. Genau dieses Zusammenspiel aus Tradition, persönlicher Entwicklung und Verantwortungsbewusstsein macht unsere Schule aus."
Ein weiterer Höhepunkt war die Einweihung des Kunstprojektes, das in den vergangenen Monaten in enger Zusammenarbeit zwischen der aus Dietenheim stammenden Künstlerin Claudia Barcheri und den Schülerinnen und Schülern der ersten Klassen entstanden war, finanziert von der Raiffeisenkasse Bruneck. Im Mittelpunkt des Werkes steht der Kompass im Innenhof der Schule, ein partizipatives Kunstwerk, das Orientierung in einer entscheidenden Lebensphase symbolisiert. Die Künstlerin Claudia Barcheri beschreibt die Idee: "Die Schulzeit ist eine Phase des Übergangs, in der zentrale Fragen entstehen: Woher komme ich? Wo will ich hin? Mit dem Kompass wollten wir gemeinsam innehalten und diesen Fragen Raum geben. Er soll das Bewusstsein für das ‘Auf-dem-Weg-Sein’ stärken und Orientierung bieten." Die Rolle der Jugendlichen wurde in den Mittelpunkt gestellt, jede Schülerin und jeder Schüler hat einen eigenen Ort der Kraft oder Sehnsucht eingebracht, und so wuchs ein gemeinsames Werk, das viele persönliche Wege sichtbar macht. "Der Kompass ist ein gelungenes Beispiel für partizipative Kunst", wies die Geschäftsführerin des Südtiroler Künstlerbundes Lisa Trockner hin: "Hier entstand nicht nur ein ästhetisches Objekt, sondern ein gemeinsamer Denkraum über Herkunft, Ziel und Orientierung."
red/mac