Künstliche Intelligenz: Ziele für Landesverwaltung sind gesteckt
Der erste Schritt auf dem Weg zur KI-Strategie ist gemacht: Selbsteinschätzung der Ämter und Zielvorgaben des Landes Südtirol im NOI-Techpark vorgestellt
BOZEN (LPA). 4,3, das ist der Zielwert, den das Land Südtirol auf der Skala der Kompetenz in Sachen künstliche Intelligenz erreichen soll. Derzeit liegt der Wert laut Selbsteinschätzung der Ämter bei 1,8 (die Skala reicht von 1 bis 5): "Es gibt also genug zu tun", resümmiert Josef T. Hofer, der Direktor der Agentur für ein digitales Südtirol (ADAS) und der Abteilung Informatik. Das KI-Team der Landesverwaltung hat am 21. April im NOI Techpark die ersten Zwischenergebnisse auf dem Weg zur ki-kompetenten öffentlichen Verwaltung vorgestellt.
"Das Ziel ist ambitioniert, doch das ist gut so", ergänzt Direktor Hofer, "nur mit klaren Zielvorgaben, gemeinsamen Standards und gezieltem Kompetenzaufbau können wir künstliche Intelligenz verantwortungsvoll und zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger in der öffentlichen Verwaltung einsetzen." Mit dem Aufbau des KI-Kompetenzzentrums und dem SIAG LAB.ai als technische Unterstützung seien bereits wesentliche Schritte unternommen worden, um das Land Südtirol fit für die neue Technologie zu machen.
Projektleiterin Maria Giovanna Ienco erläuterte im NOI Techpark einmal mehr die Zielsetzung: "Wir erarbeiten die KI-Strategie des Landes Südtirol, also die strategischen Leitlinien und Richtlinien für alle Ämter und Körperschaften. Zudem ist es unsere Aufgabe, die Ämter mit Hilfe eines Toolkits beim Erreichen ihrer personalisierten Ziele zu unterstützen."
Das KI-Projektteam hat anschließend die Ergebnisse der Selbsteinschätzung der einzelnen Ämter und Körperschaften vorgestellt. Dabei ging es um vorhandene Infrastruktur genauso wie um personelle Besetzung und Kompetenz. "Die Selbsteinschätzung liegt bei einem Wert von durchschnittlich 1,8 und ist sehr realistisch", erklärte Experte Gaetano Correnti vom Projektteam. "Es ist wichtig, dass sich alle bewusst sind, auf welchem Ausgangspunkt sie sich befinden, um sich entwickeln zu können."
Und eine Weiterentwicklung wird vom Projektteam und der Abteilung Informatik auch gefordert: "Im Schnitt möchten wir den Wert 4,3 erreichen, was einer optimalen KI-Kompetenz entspricht, derzeit sind wir auf dem Niveau einer ersten Erforschung der KI-Möglichkeiten", schildert der Experte.
Einige Abteilungen und Körperschaften zählen zu den Pilotpartnern des Projekts KI-Strategie, zum Beispiel der Gemeindenverband, dessen Präsident Dominik Oberstaller der Vorstellung der ersten Ergebnisse beiwohnte, oder aber der Sanitätsbetrieb. Diese Strukturen haben bereits mit der Ausarbeitung ihrer KI-Strategie begonnen.
Bis Juni wird das Projektteam nun mit jedem Amt einen personalisierten Plan erarbeiten, wie der Ausbau der KI-Kompetenz gelingen kann. Am Ende des Prozesses steht dann die Ausarbeitung der Gesamtstrategie des Landes Südtirol, die an Ethik, Transparenz und Sicherheit ausgerichtet sein soll, wie mit Beschluss der Landesregierung im Jahr 2025 definiert wurde.
Zusatzinformationen
Von der Strategie bis hin zu Pilot-Use-Cases
Im Verlauf der Veranstaltung wurde das operative KI-Modell des Landes Südtirol vom Teilprojektleiter Francesco Martin vorgestellt: ein strukturiertes Governance-System, das die koordinierte, regelkonforme und nachhaltige Einführung von KI in Südtirol steuern soll. Ebenso wurde das Organisationsmodell, das durch Beschluss der Landesregierung Nr. 297/2025 genehmigt wurde, vorgestellt sowie die operative Umsetzung erläutert (von der Strategie über die Entwicklung von Use Cases bis hin zur Nutzung durch andere Körperschaften).
Abschließend präsentierte Nicola Bottone, im Projektteam zuständig für die Einführung von KI-Use-Cases, erste konkrete Ergebnisse: Die bereits gestarteten Design-Thinking-Prozesse mit dem Gemeindenverband und dem Südtiroler Sanitätsbetrieb haben zur Identifizierung erster Pilot-Use-Cases geführt.
pir

Bildergalerie
Dokumente zum Herunterladen
- Josef T. Hofer, der Direktor der Agentur für ein digitales Südtirol (ADAS), verwies darauf, dass mit dem KI-Kompetenzzentrum und dem SIAG LAB.ai als technische Unterstützung sowie einem Ethikkodex breits die notwendigen Vorarbeiten getroffen worden seien, um die Nutzung der KI durch das Land Südtirol auszubauen. (Foto: LPA/Ursula Pirchstaller » [IMG 1 MB]
- Projektleiterin Maria Giovanna Ienco: Sie arbeitet mit ihrem Team die KI-Strategie für das Land Südtirol aus. (Foto: LPA/Ursula Pirchstaller) » [IMG 1 MB]
- Die KI-Stakeholder bei der Vorstellung der Zwischenergebnisse im NOI Techpark. (Foto: LPA/Ursula Pirchstaller) » [IMG 4 MB]
- Gaetano Correnti vom Projektteam erklärte, dass die künstliche Intelligenz ein Mittel sei, um öffentliche Dienste im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. KI sei ein Werkzeug, dessen Verwendung jedoch auch Kompetenz und Wissen verlange. (Foto: LPA/Ursula Pirchstaller) » [IMG 3 MB]
- Ein ambitioniertes Ziel hat sich das Land Südtirol in Sachen KI gesteckt: Der Durchschnittswert auf einer Skala von 0 bis 5 soll von derzeit 1,8 auf 4,3 gebracht werden. Von einem ersten entdecken der neuen Technologie sollen Ämter und Abteilungen zu einer optimalen KI-Kompetenz geführt werden. (Foto: LPA/Ursula Pirchstaller) » [IMG 4 MB]
- Wie KI-kompetent die einzelnen Abteilungen und Ämter der Landesverwaltung sind, wurde jetzt vom KI-Projektteam erhoben. Die Analyse dient als Ausgangspunkt, um ein individuelles Programm zum Ausbau der KI-Kompetenz zu erstellen, wie Projektleiterin Maria Giovanna Ienco bei der Vorstellung im NOI Techpark erklärte. (Foto: LPA/Ursula Pirchstaller) » [IMG 3 MB]
