Ladinisches Bildungssystem weiterentwickelt und gestärkt

09.06.2026, 10:30

Bildungslandesrat Daniel Alfreider und Schulamtsleiter Heinrich Videsott ziehen Bilanz über ausklingendes Schuljahr an Bildungseinrichtungen mit ladinischer Unterrichtssprache

In einer gemeinsamen Pressekonferenz Bilanz über das auslaufende Schuljahr gezogen (von links): Schulamtsleiter Heinrich Videsott, Landesrat Daniel Alfreider, Landesrat Philipp Achammer, Landesschuldirektorin Sigrun Falkensteiner (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)
In einer gemeinsamen Pressekonferenz Bilanz über das auslaufende Schuljahr gezogen (von links): Schulamtsleiter Heinrich Videsott, Landesrat Daniel Alfreider, Landesrat Philipp Achammer, Landesschuldirektorin Sigrun Falkensteiner (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

BOZEN (LPA). "Wir haben in den ladinischen Schulen eine kleine Realität, aber mit den gleichen Herausforderungen wie in allen Schulen Südtirols", hob Landesrat Daniel Alfreider bei der Pressekonferenz zum Ende des Schuljahres am 9. Juni hervor. Insgesamt sind in diesem zu Ende gehenden Schuljahr 2921 Mädchen und Buben in die Bildungseinrichtungen mit ladinischer Unterrichtssprache eingeschrieben: 590 in die Kindergärten, 1148 in die Grundschulen, 642 in die Mittelschulen, von denen 200 die staatliche Abschlussprüfung ablegen werden; 541 Jugendliche sind in die Oberschulen und die Berufsschule eingeschrieben, 89 von ihnen werden zur staatlichen Abschlussprüfung antreten.

"Nach wie vor ist der Kern des paritätischen ladinischen Schulmodells die Mehrsprachigkeit", unterstrich Landesrat Daniel Alfreider, "und dadurch, dass die Schulen zunehmend vor neue Herausforderungen gestellt werden, gewinnen Mehrsprachigkeitsprojekte und die Weiterentwicklung der schulischen Angebote weiter an Bedeutung". Ausdrücklich dankte er "allen Lehrpersonen, Direktionen und dem gesamten Schulpersonal, die mit großem Engagement und hoher fachlicher Qualität auch in diesem Jahr maßgeblich dazu beigetragen haben, für unsere Kinder, Jugendlichen und Familien das ladinische Bildungssystem weiterzuentwickeln und zu stärken." Zudem nannte er die neuen Führungskräfte in der ladinischen Schule: "Sie haben sich in ihren Funktionen bewährt und sind diesen neuen Herausforderungen mit großem Einsatz und hoher Professionalität begegnet." 

Am 11. November hat René Pescoll die Führung der Kindergartendirektion Ladinia übernommen; neu sind auch Ivan Senoner als Direktor im Schulsprengel Abtei, Monika Senoner als Direktorin im Oberschulzentrum Stern/Abtei; Gustav Frenademez wurde mit der Leitung des Schulsprengels St. Vigil in Enneberg beauftragt, Elena Pellegrini ist Koordinatorin des Dienstes für Inklusion in der Landesdirektion Ladinische Kindergärten und Schulen. Landesrat Daniel Alfreider erinnerte auch an das 50-jährige Bestehen des Ladinischen Schulamtes (LPA hat berichtet). Zudem ging er auf den Austausch mit den ladinischen Lehrkräften bezüglich der Aussetzung außerschulischer Tätigkeiten ein und stellte verschiedene Maßnahmen zur Schulentwicklung an ladinischen Schulen vor.

Der Direktor der Landesdirektion Ladinische Kindergärten und Schulen Heinrich Videsott ging auf die weitgehend unveränderte personelle Situation an den ladinischen Kindergärten und Schulen ein; im Bereich der Integration stehen einige zusätzliche Ressourcen zur Verfügung. Zudem wies er auf Neuerungen in der Didaktik wie die zusätzliche Sportstunde und in der Digitalisierung mit dem Ausbau der Netzwerkarbeit an den ladinischen Schulen sowie einige neue Veröffentlichungen des ladinischen Schulamtes hin, etwa "Ladinisch für Anfänger:innen" für Schülerinnen und Schüler, die von außerhalb der ladinischen Täler Schulen mit ladinischer Unterrichtssprache besuchen.

Schulamtsleiter Videsott zitierte den Leitfaden mit den vier Bereichen Kultur des Lernens, Sprachen und Identität, zukunftsfähige Bildung, Dialog und Netzwerk. "Im vergangenen Schuljahr kam es insbesondere im Herbst zu Unzufriedenheit unter den Lehrkräften der Schulen staatlicher Art", resümierte er: "Trotz der starken Einschränkung außerschulischer Aktivitäten ist es jedoch den Direktionen weitgehend gelungen, schulintern alternative wirksame pädagogische Maßnahmen anzubieten. Dadurch konnte die hohe Qualität des Unterrichts an den ladinischen Schulen weiterhin aufrechterhalten werden."

mac