Mit EU-Partnerschaften Forschungsstandort stärken

12.03.2025, 13:30

Sieben Ausschreibungen gestartet, zehn Kooperationsprojekte finanziert – Projekte unter anderem vom Schutz der Artenvielfalt und zur Agroforstwirtschaft

Feldforschung auf der Seiser Alm: Im Rahmen des Biodiversa+Projektes "Habitat Pilot", das im Vorjahr gestartet wurde und noch in diesem Jahr läuft, wurden wichtige Informationen zur Artenvielfalt gesammelt. (Foto: LPA/Eurac) Research)
Feldforschung auf der Seiser Alm: Im Rahmen des Biodiversa+Projektes "Habitat Pilot", das im Vorjahr gestartet wurde und noch in diesem Jahr läuft, wurden wichtige Informationen zur Artenvielfalt gesammelt. (Foto: LPA/Eurac) Research)

BOZEN (LPA). Gemeinsam und grenzüberschreitend an Lösungen für komplexe Herausforderungen arbeiten: Darum geht es bei den EU-Forschungspartnerschaften, die im Rahmen von Horizon Europe eingeführt wurden. 

Durch die Zusammenarbeit von privaten und öffentlichen Partnern wird in den strategisch wichtigen Bereichen Gesundheit, Kultur/Kreativität/Inklusion, Digital/Industrie/Raumfahrt, Klima/Energie/Mobilität sowie Lebensmittel/Bioökonomie/natürliche Ressourcen/Landwirtschaft/Umwelt gemeinsam geforscht. Möglich sind auch themenübergreifende Partnerschaften. 

Auch das Land Südtirol beteiligt sich an dieser Forschungsoffensive, ist bereits aktiver Partner der drei Partnerschaften Biodiversa+, Agroecology und FutureFoodS und hat jüngst beschlossen, einer weiteren Partnerschaft im Bereich Forstwirtschaft beizutreten (LPA hat berichtet). Im Rahmen der drei EU-Partnerschaften, denen das Land seit 2021 beigetreten ist, wurden sieben Projektausschreibungen veröffentlicht. Davon sind aktuell drei noch am Laufen. Bisher wurden in zehn grenzüberschreitende Kooperationsprojekte rund 2 Millionen Euro (1,25 Millionen Landesmittel, 750.000 Euro über die europäische Kofinanzierung) investiert.

"Südtirols Forschungslandschaft ist vielfältig und innovativ. Dank grenzüberschreitender Partnerschaften können wir dies weiter festigen und Südtirol im internationalen Forschungsnetzwerk verankern", betont Forschungslandesrat Philipp Achammer. Dass dies mithilfe europäischer Initiativen gelingen kann, davon ist auch Europalandesrätin Magdalena Amhof überzeugt: "Wenn es um Innovation und Forschung geht sind Grenzen hinfällig, weil das gemeinsame Lösen von Fragestellungen im Vordergrund steht. Europa rückt uns damit ein Stück näher und hilft gleichzeitig dabei, dass wir uns international vernetzen und austauschen." 

Achammer und Amhof sind sich einig, dass sich die partnerschaftliche Umsetzung von Forschungsprojekten positiv auf Südtirol auswirkt und Südtiroler Forschung damit eine wichtige Anerkennung erfährt. Das Land werde darum weiterhin auf EU-Partnerschaften setzen. Im Mai findet dazu eine Informationsveranstaltung statt, bei der die vier EU-Partnerschaften sowie einige Forschungsprojekte, an denen sich das Land als Funding Agency (Förderagentur) und beteiligt, vorgestellt werden.

Zusatzinformationen

EU-Partnerschaften: Biodiversa+Projekte sind in Umsetzung

Insgesamt 10 Forschungsprojekte mit Südtiroler Beteiligung sind im Zusammenhang mit vier bereits abgeschlossenen Ausschreibungen der beiden Partnerschaften Biodiversa+ und Agroecology bereits genehmigt. Im Rahmen der dritten Ausschreibung von Biodiversa+ (Nature based solutions for biodiversity, human well-being and transformative change“) sind Ende 2024 die beiden Projekte EVESNAT und TRANSFOrm zur Finanzierung zugelassen worden.

EVESNAT wird von Eurac Research gemeinsam mit Partnern aus Spanien, Frankreich, Österreich und der Schweiz koordiniert. Das Projektziel ist es naturbasierte Lösungen zur Erfüllung der Ziele des EU-Renaturierungsgesetzes zu erarbeiten. Dazu werden gemeinsam mit lokalen Stakeholdern und Entscheidungsträgern drei Szenarien zu den Bereichen Landwirtschaft, Forst und städtisches Gebiet entwickelt. Die Analyse der Vor- und Nachteile der jeweiligen Strategien soll dazu beitragen den Landschaftsschutz und den Umgang mit den Ökosystemen zu verbessern, um die Artenvielfalt zu erhalten und das menschliche Wohlbefinden zu steigern.

Eurac Research ist einer der Projektpartner von TRANSFOrm, an dem sich auch die Universität von Verona sowie Universitäten aus Spanien, Litauen, Österreich, Israel und Portugal beteiligen. Dabei werden die naturbasierten Lösungen der traditionellen Agroforstwirtschaft im Hinblick auf den Verlust der Artenvielfalt, auf den Klimawandel und auf eine nachhaltige Lebensmittelproduktion im euro-mediterranem Raum untersucht. Durch die Kombination landwirtschaftlicher und forstwirtschaftlicher Handlungsansätze werden dabei zahlreiche Vorteile geschaffen, unter anderem die Kohlenstoffbindung, die Bodenanreicherung oder der Erhalt der Landschaft.

ck