Öffentliche Verträge: Jahresbericht 2025 online abrufbar
Veröffentlichte Verfahren bleiben stabil, die Gemeinden weiterhin aktivste Vergabestellen – viele Aufträge gehen an lokale Unternehmen
BOZEN (LPA). Auf der Plattform des Informationssystems Öffentliche Verträge (www.ausschreibungen-suedtirol.it) wurden 2025 insgesamt 95.519 Verfahren veröffentlicht, was im Wesentlichen dem Niveau von 2024 entspricht. Das Auftragsvolumen hat sich nach dem Anstieg, den es durch die verpflichtend digitale Abwicklung von Aufträgen unter 40.000 Euro gegeben hat, stabilisiert. Dies geht aus dem Bericht "Die öffentlichen Verträge in Südtirol 2025" der Agentur für öffentliche Verträge (AOV) hervor.
In den Bereichen Dienstleistungen und Lieferungen blieb die Anzahl der ausgeschriebenen Verfahren stabil, während es im Bereich der öffentlichen Bauleistungen zu einem Rückgang (-17 Prozent) kam. Die Bauaufträge konnten hingegen um 8,4 Prozent zulegen. Das Gesamtvolumen der ausgeschriebenen Aufträge belief sich auf 2,366 Milliarden Euro und lag damit um 38 Prozent unter dem Wert von 2024, der durch ein Verfahren im Zusammenhang mit dem öffentlichen Schienenverkehr beeinflusst war.
"Die Daten bestätigen, dass die verpflichtend vorgesehene Digitalisierung des öffentlichen Auftragswesens in Südtirol mittlerweile fest etabliert ist. In diesem Zusammenhang unterstützt die Arbeit der Agentur für öffentliche Verträge und insbesondere des Informationssystems Öffentliche Verträge die Verwaltungen konkret bei der operativen Abwicklung der Verfahren. Die zentrale Rolle der Gemeinden und die starke Beteiligung lokaler Unternehmen zeugen von einem soliden Modell, das in der Lage ist, einen Mehrwert für Südtirol zu schaffen", betont Landeshauptmann Arno Kompatscher mit Blick auf die Zahlen.
Der Vergabevertrag bleibt mit über 96 Prozent aller Verfahren die vorherrschende Vergabeform. Die Gemeinden bleiben, wie in den Vorjahren, die aktivsten Vergabestellen mit 44.745 Verfahren, was 46,8 Prozent am Gesamtvolumen, gefolgt von der Landesverwaltung sowie Forschungs- und Kultureinrichtungen. Auch hinsichtlich der Auftragsvolumen liegen die Gemeinden mit 863 Millionen Euro an erster Stelle, vor der Landesverwaltung und dem Gesundheits- und Sozialbereich; zusammen entfallen auf diese drei Bereiche 90,8 Prozent des Gesamtvolumens. Die Verteilung nach Auftragsarten ist ausgewogen: Auf Dienstleistungen entfallen 38,1 Prozent, auf Bauleistungen 31,1 Prozent und Lieferungen 30,8 Prozent.
Bei den Zuschlägen können lokale Unternehmen punkten: 79,1 Prozent der Verfahren werden an Betriebe mit Sitz in Südtirol vergeben, insgesamt flossen damit 1,42 Milliarden Euro in die lokale Wirtschaft. Besonders ausgeprägt ist diese lokale Verankerung bei Bauaufträgen und Dienstleistungen, während bei Lieferaufträgen – vor allem im Gesundheitsbereich – häufiger externe Anbieter zum Zug kommen. Direktvergaben erfolgen nahezu ausschließlich unterhalb der vorgesehenen Schwellenwerte, während offene Verfahren bei höheren Beträgen eingesetzt werden. Ohne Berücksichtigung der Direktvergaben wird das Kriterium "nur Preis" bei 69,4 Prozent der Verfahren angewendet; gemessen am Auftragsvolumen überwiegen jedoch leicht die Kriterien "Qualität/Preis", insbesondere bei Dienstleistungen. Die durchschnittlichen Angebotsabschläge liegen bei 13,1 Prozent beim Kriterium "nur Preis" und bei 11,9 Prozent bei qualitativen Zuschlagskriterien.
Im Bereich der Architektur- und Ingenieurdienstleistungen wurden im Jahr 2025 insgesamt 5282 Verfahren mit einem Volumen von 83,1 Millionen Euro vergeben. Direktvergaben machen 98,5 Prozent der Verfahren und 80,8 Prozent des Auftragsvolumens aus. Auch in diesem Bereich dominieren lokale Wirtschaftsteilnehmende deutlich: 93,6 Prozent der Verfahren und 88,9 Prozent der Gesamtbeträge gehen an Anbieterinnen und Anbieter mit Sitz in Südtirol.
Insgesamt zeigt sich damit ein inzwischen stabilisiertes System bei den Verfahrenszahlen, mit einem selektiverem Auftragsvolumen im Vergleich zu 2024, einer starken Rolle der lokalen Körperschaften und einer bedeutenden Beteiligung der Südtiroler Unternehmen, heißt es in dem AOV-Bericht.
mdg/ck
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- Der Bericht zeige aufgrund der zentralen Rolle der Gemeinden und der starken Beteiligung lokaler Unternehmen auf, dass das Südtiroler Vergabemodell einen Mehrwert für Südtirol schaffe, betont Landeshauptmann Arno Kompatscher. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 3 MB]
- Aus dem Bericht zu den öffentlichen Verträgen in Südtirol geht hervor, dass im Jahr 2025 vor allem über den Vergabevertrag Verfahren vergeben wurden. Insgesamt wurden Aufträge im Wert von 2,366 Milliarden Euro ausgeschrieben. (Grafik: AOV) » [IMG 46 kB]
