Registerarbeitslosigkeit: Bezirksdaten zeigen deutliche Unterschiede
"Arbeitsmarkt-News" analysiert die Daten auf lokaler Ebene – Landesrätin Amhof betont die Bedeutung einer starken, dezentralen Arbeitsvermittlung vor Ort
BOZEN (LPA). Die Registerarbeitslosenquote – der Anteil der registrierten Arbeitslosen an den unselbständig Beschäftigten der 20- bis 64-jährigen Wohnbevölkerung – lag in Südtirol im Jahr 2025 bei 6,3 Prozent. Im Jahresschnitt waren 15.598 Personen bei den Arbeitsvermittlungszentren arbeitslos gemeldet. Dabei zeigen sich auf Bezirksebene deutliche Unterschiede, wie die jüngste Analyse in den "Arbeitsmarkt-News" der Arbeitsmarktbeobachtung des Landes Südtirol verdeutlicht.
Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof unterstreicht die positiven Aspekte der aktuellen Daten: "Unsere aktive Arbeitsmarktpolitik setzt dort an, wo die Menschen sie brauchen: direkt in den Bezirken. Durch das Angebot unserer Arbeitsvermittlungszentren vor Ort können wir maßgeschneiderte Lösungen für die unterschiedlichen Regionen und Personengruppen anbieten und Menschen und Betriebe optimal zusammenbringen."
Unterschiedliche Realitäten erfordern spezifische Maßnahmen
Dass es weder "den" Arbeitsmarkt noch "die" Arbeitslosigkeit gibt, verdeutlicht Stefan Luther, der Direktor des Arbeitsmarktservice: "Der Südtiroler Arbeitsmarkt ist vielfältig; ebenso die Arbeitslosenstruktur. Deshalb werden die Daten nach Bezirken aufbereitet; um die Besonderheiten der Städte aufzuzeigen, werden Bozen, Meran und Brixen gesondert behandelt." Die Quoten in den Bezirken reichen von 4,7 Prozent bis 7,3 Prozent.
Eine höhere Quote bedeutet dabei keineswegs automatisch eine dauerhafte Arbeitslosigkeit, wie Luther erklärt: "In der Stadt Meran verzeichnen wir beispielsweise eine hohe Quote, doch ein großer Teil der Betroffenen sind sogenannte 'Drehtürarbeitslose' – also Menschen, die sich zwischen den Saisonen arbeitslos melden. In der Stadt Bozen hingegen sehen wir verstärkt Formen verfestigter Arbeitslosigkeit, die aus sozialen Risikofaktoren resultieren." Der Bezirk Brixen-Sterzing weist zwar eine geringe Arbeitslosenquote auf, dort sind jedoch Frauen und Menschen mit Behinderungen überdurchschnittlich häufig als arbeitslos registriert.
Lokalen Herausforderungen mit peripher verankerten Arbeitsvermittlungszentren begegnen
Für Landesrätin Amhof bestätigen diese regionalen Unterschiede, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist: "Unser Ziel ist es, die Arbeitsvermittlungszentren konsequent weiter zu stärken. Dazu gehören ausreichend qualifiziertes Personal, angemessene Räumlichkeiten und eine zeitgemäße IT-Infrastruktur."
Der Anteil der nicht ansässigen Arbeitslosen betrug im Jahr 2025 im Landesdurchschnitt übrigens 15,4 Prozent, der Anteil der Langzeitarbeitslosen lag bei 15,0 Prozent.
Die Maiausgabe der "Arbeitsmarkt-News" ist online abrufbar.
red/pir