Tag des öffentlichen Dienstes am 23. Juni: Aktuelle Entwicklungen
Öffentlicher Dienst ist zentraler Beschäftigungssektor in Südtirol – Laut Landesrätin Amhof erfordert der strukturelle Wandel neue Wege
BOZEN (LPA). Zum Internationalen Tag des öffentlichen Dienstes am 23. Juni zeigt Personallandesrätin Magdalena Amhof auf, wie sich die Verwaltung verändert hat: Sie ist heute weiblicher, akademischer – aber auch deutlich älter als vor 20 Jahren. Um der Pensionierungswelle zu begegnen, setze man verstärkt auf Arbeitgeberattraktivität, so Amhof.
"Eine von fünf erwerbstätigen Personen in Südtirol arbeitet im öffentlichen Bereich. Es ist eine sinnstiftende Arbeit", betont Amhof. Doch auch der öffentliche Sektor durchläuft einen Strukturwandel, wie der Vergleich mit den Daten von 2006 zeigt.
Weiblicher und flexibler: Frauen prägen den Dienst am Bürger
Der öffentliche Dienst in Südtirol ist mehrheitlich weiblich. Mit derzeit knapp 71 Prozent ist ihr Anteil in der engeren Landesverwaltung zudem deutlich höher als noch vor 20 Jahren (64,5 Prozent). Dieser Zuwachs ging Hand in Hand mit der Nachfrage nach flexibleren Modellen: Aktuell nutzen fast 47 Prozent der Landesbediensteten Teilzeitverträge, 2006 waren es 33 Prozent. "Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine unserer Stärken. Wir müssen aber auch dafür sorgen, dass Frauen verstärkt den Sprung in Führungsebenen schaffen", sagt Amhof.
Steigende Anforderungen und höhere Qualifikationen
Die Aufgaben der Verwaltung sind komplexer geworden, was sich in den Studientiteln widerspiegelt: Während Stellen in niedrigeren Funktionsebenen seit 2006 um über 30 Prozent geschrumpft sind, verzeichnen Stellen, die eine Matura (Reifeprüfung) oder einen Hochschulabschluss voraussetzen, ein Plus von fast 20 Prozent. "Der öffentliche Dienst ist heute hochqualifiziert und akademischer denn je", erklärt Landesrätin Amhof.
Herausforderung Demografie
Auch das Durchschnittsalter ist im 20-Jahres-Vergleich um rund vier Jahre auf 48,3 Jahre angestiegen, mehr als die Hälfte der Beschäftigten ist über 50. Um den Nachwuchsmangel abzufedern, setze man auf breitgefächerte Maßnahmen: "Wir können den Abgang der älteren Generation nur kompensieren, wenn wir für junge Menschen attraktiv bleiben. Das bedeutet: moderne Auswahlverfahren, mobiles Arbeiten und flexible Zeiteinteilung, angemessene Löhne und persönliche Weiterentwicklung. Der Tag des öffentlichen Dienstes ist ein Tag der Wertschätzung, aber auch ein Auftrag, die Verwaltung zukunftsfest aufzustellen", unterstreicht die Landesrätin.
red/san