Tagung zeigt Perspektiven für die Zukunft des Älterwerdens

09.06.2026, 14:15

Tagung in Bozen widmet sich digitalen Lösungen, die für mehr Lebensqualität im Alter sorgen

"Die Menschen sollen auch im Alter möglichst lange selbstbestimmt leben können. Dafür braucht es bedarfsgerechte Angebote, innovative Lösungen und den verantwortungsvollen Einsatz neuer Technologien. Die Tagung hat gezeigt, wie vielfältig die Möglichkeiten bereits heute sind und welche neue Möglichkeiten die Zukunft noch bereithält", betonte Soziallandesrätin Rosmarie Pamer. Links neben Pamer sitzt Otto von Dellemann. (Foto: LPA/Katharina Fleischmann)
"Die Menschen sollen auch im Alter möglichst lange selbstbestimmt leben können. Dafür braucht es bedarfsgerechte Angebote, innovative Lösungen und den verantwortungsvollen Einsatz neuer Technologien. Die Tagung hat gezeigt, wie vielfältig die Möglichkeiten bereits heute sind und welche neue Möglichkeiten die Zukunft noch bereithält", betonte Soziallandesrätin Rosmarie Pamer. Links neben Pamer sitzt Otto von Dellemann. (Foto: LPA/Katharina Fleischmann)

BOZEN (LPA). Selbstbestimmtes Wohnen zu Hause und in Einrichtungen gewinnen in einer älter werdenden Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Dazu beitragen sollen digitale Unterstützungssysteme und Robotik. Welche Möglichkeiten sich daraus für ältere Menschen, Angehörige und Dienste ergeben, haben Fachleute bei der Tagung "Die Zukunft des Älterwerdens" am 9. Juni in Bozen aufgezeigt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Landesamt für Senioren und Sozialsprengel gemeinsam mit der Genossenschaft "Wohnen im Alter".

"Die Menschen sollen auch im Alter möglichst lange selbstbestimmt leben können. Dafür braucht es bedarfsgerechte Angebote, innovative Lösungen und den verantwortungsvollen Einsatz neuer Technologien. Die Tagung hat gezeigt, wie vielfältig die Möglichkeiten bereits heute sind und welche neue Möglichkeiten die Zukunft noch bereithält", betonte Soziallandesrätin Rosmarie Pamer.

Die Referierenden aus Wissenschaft, Sozialwesen, Gesundheitsversorgung und Forschung beleuchteten aktuelle Entwicklungen im digitalen Bereich, in den Hilfsmitteln und der Robotik, mit dem Ziel Wohnen zu Hause und in den Einrichtungen selbstbestimmter, personenbezogener  und sicherer zu machen. Im Mittelpunkt standen innovative Instrumente, die älteren Menschen ein längeres selbstständiges Leben in der vertrauten Umgebung ermöglichen können.

Einen wissenschaftlich-technischen Überblick über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Alltag älterer Menschen gab die Gerontologin (Altersforscherin) Ines Simbrig von der UMIT Tirol. Sie zeigte die Potenziale digitaler Technologien für Wohnen, Gesundheit und Pflege auf und ging zugleich auf Voraussetzungen und Herausforderungen ihres Einsatzes ein.

Praxisbeispiele aus Südtirol stellten Margit Pedrotti vom Weißen Kreuz, Alice Bertoli von der Gemeinde Meran und Stefano Bruni von Care4U vor. Präsentiert wurden unter anderem Hausnotruf- und Sensortechnologien, Systeme zur Sturzerkennung sowie digitale Assistenzlösungen, die Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag fördern.

Weitere Beiträge widmeten sich innovativen Anwendungen in stationären Diensten sowie aktuellen Forschungsarbeiten zur Robotik. Dabei wurde deutlich, dass technologische Unterstützung menschliche Betreuung nicht ersetzt, sondern ergänzt. Robotische Systeme können etwa bei Mobilität, Rehabilitation und sozialer Teilhabe unterstützen und damit einen Beitrag zu mehr Selbstständigkeit im Alter und somit zu mehr aktiven Lebensjahre leisten.

Ergänzt wurden die Fachvorträge durch Beiträge von Otto von Dellemann von der Genossenschaft "Wohnen im Alter": "Sicheres Wohnen im Alter gewinnt zunehmend an Bedeutung. Durch Zusammenarbeit und technische Unterstützung entstehen Lösungen für ein möglichst langes, selbstbestimmtes und rundum sicheres Leben in den eigenen vier Wänden." Weiters referiert haben Wolfgang Kratky von den geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz, Alberto Gittardi und Alessia Toso von der Seniorenresidenz Melitta Care sowie Angelika Peer von der Freien Universität Bozen.

Die Tagung bot Fachkräften, Entscheidungsträgern und Interessierten Gelegenheit zum Austausch über aktuelle Entwicklungen und zukünftige Perspektiven des Älterwerdens. "Fazit ist," so die Direktorin des Amtes für Senioren und Sozialsprengel Brigitte Waldner, "wenn ein gutes Zusammenspiel zwischen Mensch und Technik, abgestimmt auf die ganz persönlichen Bedürfnisse und die Selbstbestimmung der Person stattfindet, brauchen wir eine Zukunft mit Technologie nicht fürchten."

red/kat

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