Vortrag zu Grenzlandschaften in der Landesbibliothek Teßmann

07.04.2026, 08:15

Architektur- und Kunsthistoriker Michael Falser gibt Einblick darüber, wie Grenzen und Grenzlinien entstehen – Vorlesung im Rahmen des Studium Generale für alle Interessierten zugänglich

Michael Falser beleuchtet unter anderem den Chicano Park im südkalifornischen San Diego/USA, wo eine mexikanisch-amerikanische Arbeitergemeinde Ausgrenzungspolitik mit monumentalen Graffiti-Kunstwerken begegnet. (Grafik: Chicano Park Steering Committee)
Michael Falser beleuchtet unter anderem den Chicano Park im südkalifornischen San Diego/USA, wo eine mexikanisch-amerikanische Arbeitergemeinde Ausgrenzungspolitik mit monumentalen Graffiti-Kunstwerken begegnet. (Grafik: Chicano Park Steering Committee)

BOZEN (LPA). Wie entstehen Grenzen? Was passiert auf beiden Seiten von Grenzlinien? Welche kulturellen und künstlerischen Praktiken entstehen in Grenzräumen, und welche technischen Regime stabilisieren weiträumige Grenzlandschaften oder helfen sie miteinander zu verbinden? Und wie können wir diese ambivalenten Formationen aus historischer Sicht verstehen und aus zeitgenössischer Perspektive bewerten?

Der Architektur- und Kunsthistoriker Michael Falser beleuchtet in seinem Vortrag 

am Mittwoch, 15. April,

um 20 Uhr,

in der Landesbibliothek Dr. Friedrich Teßmann,

Armando-Diaz-Straße 8 in Bozen

diese Fragen aus einer interdisziplinären Herangehensweise, die Aspekte der Kunst- und Architekturgeschichte, der Infrastrukturforschung und der Cultural Heritage Studies mit einbezieht. Dabei führt die Reise zuerst in den kuriosen Chicano Park im südkalifornischen San Diego/USA, wo eine mexikanisch-amerikanische Arbeitergemeinde Ausgrenzungspolitik mit monumentalen Graffiti-Kunstwerken begegnet. Das zweite Fallbeispiel führt zurück in das historische Europa und beleuchtet, wie die Eisenbahn als (binnen)koloniales Leitmedium des 19. Jahrhunderts von Wien als Zentrum dabei half die Kulturräume der späten Habsburgermonarchie bis an ihre Grenzen – und damit von Lemberg bis Bozen und Trient, bzw. von Reichenberg bis Triest und Sarajevo – zu vernetzen.

Michael Falser studierte in Wien und Paris, er promovierte an der TU Berlin zur politischen Geschichte der Denkmalpflege. Nach einer Tätigkeit als Denkmalpflege-Architekt in den USA war er wissenschaftlicher Assistent an der LMU München und der ETH Zürich. Derzeit ist Falser Privatdozent am Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg sowie freiberuflich als Gutachter und Kurator in Wien tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der globalen Kunst- und Architekturgeschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts, den Cultural Heritage Studies, der Denkmalpflege und dem UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Abend wird von der Landesbibliothek Teßmann gemeinsam mit der Plattform für Kulturerbe und Kulturproduktion organisiert und von Waltraud Engl (Plattform) moderiert. Dieser Vortrag ist Teil der Vorlesungsreihe "Grenzlandschaften. Erinnerung, Identität und aktuelle Grenzfragen" des Sommersemesters des Studium Generale der Freien Universität Bozen. Er ist für alle Interessierten kostenlos zugänglich. 

red/ck