"Waldatem": Kampagne soll Bewusstsein für Bedeutung des Waldes stärken

20.03.2026, 12:15

Forstwirtschaftslandesrat und Landesforstdirektor, Försterin und Förster und Waldbesitzer stellen neue Kampagne "Waldatem - respiro del bosco - fla dl bosch" zum Internationalen Tag des Waldes vor

BOZEN (LPA). Der Wald ist Lebensraum und selbst ein lebendiges Wesen: Er atmet und arbeitet, beschützt und stabilisiert, entwickelt und verändert sich. Die neue Kampagne "Waldatem - respiro del bosco - fla dl bosch" der Landesabteilung Forstdienst beginnt mit dem Internationalen Tag des Waldes am 21. März. Die Kampagne ist auf mehrere Jahre angelegt und soll die Bedeutung des Waldes und seiner vielfältigen Funktionen stärker ins Bewusstsein rücken.

"Die Waldkampagne soll als langfristige Kommunikationsstrategie die gesamte Bevölkerung ansprechen", wies Landesforstdirektor Günther Unterthiner bei der Pressekonferenz zur Vorstellung dieser Kampagne am 20. März hin: Bereits bestehende erfolgreiche Projekte - etwa die Baumfeste oder die Forst-Info-Tage - werden weitergeführt, zusätzliche Bewusstseinsbildungsmaßnahmen sollen verbreitet werden, etwa die Vermittlung von Waldwissen über Spots in den Medien oder über Citylights an den Haltestellen. Kurze Videosequenzen als Reels zu den Funktionen des Waldes sind ebenfalls geplant. Vermittelt werden soll ein respektvoller Umgang mit dem Waldeigentum und den notwendigen forstlichen Arbeiten. Der Aktion "Kennst du deine Heimat" wird eine eigene Ausgabe zum Wald gewidmet werden.

"Unser Wald erfüllt zentrale Funktionen für Mensch, Tier und Umwelt", hob Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher hervor: "Gerade nach den Schäden der vergangenen Jahre ist es jetzt wichtig, stabile Mischwälder und den Schutzwald zu stärken und zugleich verständliche, leicht zugängliche Informationen bereitzustellen. Deshalb war es mir ein Anliegen, diese Kampagne zu starten, sie soll die Bedeutung des Waldes noch stärker ins Bewusstsein rücken und den rund 24.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern in Südtirol Orientierung und Unterstützung bieten."

Försterin Teresa Staffler ist seit 2017 in der Forststation Sarntal tätig: Es gelte, unterstrich sie bei der Pressekonferenz, alle unterschiedlichen Sichtweisen auf den Wald zu berücksichtigen, dies erfolge mit dieser Kampagne mit multidisziplinärem Ansatz. Giorgio Sivieri ist seit 2003 Förster und seit 15 Jahren Leiter der Forststation Tisens: Mit dieser Kampagne, betonte er, würden alle Dienstleistungen des Waldes vermittelt. Für ein Stück Wald verantwortlich ist Waldeigentümer Oswald Karbon in Kastelruth. Die Arbeit im Wald, berichtete er, sei hart und gefährlich: Man müsse im Wald über mehrere Generationen denken. Und: Damit der Wald für alle da ist, muss man respektvoll damit umgehen.

Zusatzinformationen

Über die Hälfte der Landesfläche mit Wald bedeckt

Er schützt vor Naturgefahren, speichert Kohlendioxid, filtert Wasser, ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen, bietet den Menschen Erholung, versorgt sie mit dem nachhaltigen Rohstoff Holz und schafft damit Arbeitsplätze: der Wald. Knapp über die Hälfte der Landesfläche ist in Südtirol mit Wald bedeckt, rund 58 Prozent davon ist Bergwald mit direkter Schutzfunktion.

Vom Mischwald in der Talsohle bis zum Fichtenwald in den oberen Lagen: Über 100 Waldtypen gibt es in Südtirol, die sich je nach Standort unterscheiden. Die unterschiedlichen Wälder prägen Südtirols Landschaft und bilden die Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen. Der Wald beheimatet die größte Artenvielfalt in Südtirol: Tausende Arten von Pflanzen, Tieren, Pilzen und Mikroorganismen leben im Ökosystem Wald zusammen, sie beeinflussen sich gegenseitig und sind voneinander abhängig.

Der Wald ist der größte Klimaschützer: Die Bäume holen das Kohlendioxid aus der Atmosphäre und binden den Kohlenstoff über Jahre im Holz und im Waldboden. Wie eine Klimaanlage kühlt und filtert der Wald die Luft und reichert sie mit Sauerstoff an, den alle Lebewesen zum Atmen brauchen. Der Waldboden speichert den Niederschlag und verwandelt ihn in hochwertiges Grundwasser oder Quellwasser.

mac