Arbeitsstreitfälle: Schlichtungskommission kann oft helfen
Heuer wurden von 540 Fällen bereits 521 einvernehmlich gelöst – Entlastung für Gerichte, Zeit- und Kostenersparnis für Streitparteien – Landesrätin Amhof erfreut über die hohe Einigungsquote
BOZEN (LPA). Ob Entlassung, Forderung von ausstehenden Lohnzahlungen oder Verletzung des Rechts auf Ruhezeiten: Im Laufe des Arbeitslebens können sich zahlreiche Streitfälle zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ergeben. Gute Chancen auf eine außergerichtliche Einigung gibt es, wenn die Schlichtungskommission für Arbeitsstreitfälle involviert wird: "Sie hat im Jahr 2025 460 Verfahren einvernehmlich gelöst, heuer sind es mit 25. September bereits 521", berichtet Georg Ambach, der Direktor des Verwaltungsamts Arbeitsmarkt, in dem die Kommission angesiedelt ist.
Für Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof ist die hohe Einigungsquote eine Bestätigung für die gute und unparteiische Arbeit der Schlichtungskommission. "Der Gang vor Gericht sollte immer das letzte Mittel sein. Mit Unterstützung der Schlichtungskommission lassen sich meist tragfähige Lösungen finden, mit denen beide Seiten gut leben können und gleichzeitig wertvolle Zeit und Kosten sparen", unterstreicht Landesrätin Amhof.
Die Schlichtungskommission ist ein Kollegialorgan, das eine wichtige Filterfunktion zu Gunsten der zuständigen Landesgerichte in Arbeitssachen hat. "Das Organ führt keine Entscheidungen herbei, sondern nimmt die institutionelle Aufgabe wahr, zwischen den Parteien eine einvernehmliche Lösung oder einen Kompromiss zur Beilegung des Streitgegenstands auszuarbeiten", erklärt Amtsdirektor Ambach. Zuständig sei die Kommission sowohl für privatrechtliche Arbeitsverhältnisse als auch für Arbeitsverhältnisse im öffentlichen Dienst, für Verträge in der Landwirtschaft und bei Agenturverhältnissen sowie Handelsvertretungen.
Einigungsquote von 94 Prozent im Jahr 2025
Die Arbeit der Schlichtungskommission, so berichtet der zuständige Amtsdirektor, nehme ständig zu: Im Jahr 2025 wurden vor der Schlichtungskommission insgesamt 526 Anträge eingereicht. Im Sektor Industrie 179, im Sektor Landwirtschaft 23, im Handel/Gastgewerbe/Tourismus 259, im öffentlichen Sektor 52 und im Sektor Handwerk 13. "Dabei wurden insgesamt 488 Streitfälle behandelt und in 460 Fällen konnte der Streitfall einer einvernehmlichen Lösung zugeführt werden", berichtet Ambach. Das entspricht einer Einigungsquote von etwa 94 Prozent.
Zahl der Schlichtungsverfahren steigt ständig
Im laufenden Jahr wurden bereits mit 25. September 572 Schlichtungsanträge bei der Kommission eingereicht. Die überwiegende Mehrheit aus dem Bereich Industrie sowie aus dem Sektor Handel/Gastgewerbe/Tourismus. "Insgesamt 540 Streitfälle wurden vor der Kommission für Arbeitsstreitfälle behandelt und in 521 Fällen konnte eine Einigung zwischen den Streitparteien erzielt werden", erläutert Ambach die jüngsten Zahlen.
Die Schlichtungskommission ist ein paritätisches Organ, das unabhängig und souverän arbeitet. Im August 2026 wurde das Gremium, dem Stefan Luther, der Direktor der Abteilung Arbeitsmarktservice, vorsteht, von der Landesregierung neu zusammengesetzt.
Weitere Informationen unter: https://mycivis.civis.bz.it/de/Services/ServiceDetail/?id=3139
Zusatzinformationen
Die Zusammensetzung der Schlichtungskommission
Die Schlichtung von Arbeitsstreitfällen basiert auf der Zusammenarbeit der Vertreter und Vertreterinnen des Verwaltungsamts Arbeitsmarkt mit den Experten und Expertinnen der Sozialpartner, die im Fachbereich Arbeitsrecht tätig sind. Neben dem Vorsitzenden oder der Vorsitzenden (aus den Reihen des Landesamtes) stammen die Mitglieder der Schlichtungskommission aus den Reihen der Arbeitgeberorganisationen (HGV, LVH, Hds-Unione, SBB, Südtiroler Unternehmerverband) sowie aus den Reihen der Arbeitnehmerorganisationen (SGBCISL, ASGB, AGBCGIL und UIL-SGK). Die Kommission umfasst jeweils drei Mitglieder und tagt ein bis zweimal pro Woche.
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- Nicht jeder Arbeitsstreit muss gleich vor Gericht landen: Die vom Land Südtirol angebotene Schlichtungskommission für Arbeitsstreitfälle kann zahlreiche Konflikte außergerichtlich, schnell und unparteiisch zu einer gütlichen Einigung führen. (Foto: Pexels/Das Foto darf nur in Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung verwendet werden.) » [IMG 507 kB]
- Die Teammitglieder im Fachbereich "Schlichtungen von Arbeitsstreitfällen" des Verwaltungsamts Arbeitsmarkt: Marion Senoner (Vorsitzende, im Bild von links), Ulrike Oberstolz (Sachbearbeiterin), Anna Volpe (Vorsitzende) sowie Amtsdirektor Georg Ambach. Nicht auf dem Foto: Sachbearbeiterin Heidi Ramoner. (Foto: LPA/Verwaltungsamt Arbeitsmarkt) » [IMG 1 MB]
