BBT: Erste Haupttunnelröhre durchgehend fertiggestellt
Durchgehende Verbindung Innsbruck - Franzensfeste: Landeshauptmann Kompatscher und Landesrat Alfreider sprechen von Meilenstein und entscheidendem Schritt in Richtung Brenner Digital Green Corridor
BOZEN (LPA). Die westliche Hauptröhre des Brennerbasistunnels (BBT) ist über ihre gesamte Länge von 55 Kilometern fertiggestellt. Dieser große Zwischenschritt mit wichtiger symbolischer Bedeutung wurde am 25. August 2026 mit dem Durchschlag durch die Tunnelbohrmaschine "Wilma" erreicht. Von der Sillschlucht bei Innsbruck bis nach Franzensfeste fügen sich nun zahlreiche einzelne Tunnelabschnitte zu einer durchgehenden Tunnelröhre zusammen. Die Freude darüber ist sowohl in Südtirol als auch im Bundesland Tirol groß.
"Der Durchbruch ist ein weiterer wichtiger Meilenstein in diesem europäischen Großprojekt, das Grenzen überwindet und Menschen verbindet und gerade deshalb für unsere Europaregion von großer Bedeutung ist", sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher.
"Mit der Fertigstellung der ersten Hauptröhre des BBT machen wir einen entscheidenden Schritt in Richtung Brenner Digital Green Corridor. Mehr Kapazität, mehr Züge und mehr Güter auf der Schiene bedeuten einen konkreten Nutzen für Südtirol, Tirol und die gesamte europäische Brennerachse", erklärt Mobilitäts- und Infrastrukturlandesrat Daniel Alfreider. "Ein Ergebnis, das durch die Arbeit Tausender Menschen möglich geworden ist, denen heute unser Dank gilt."
Zusatzinformationen
Der Brennerbasistunnel (BBT)
Wie die Brennerbasistunnelgesellschaft mitteilt, stand hinter diesem Erfolg die Tunnelbohrmaschine "Wilma". Ihre Leistungsbilanz umfasst Tausende Umdrehungen des Schneidrads, beinahe 7,5 Kilometer Vortrieb, mehr als 23.000 eingebaute Tübbings sowie die Durchquerung besonders anspruchsvoller geologischer Störzonen. "Wilma" war 706 Tage im Einsatz und nahm ihre Arbeit am 18. September 2024 im Baulos H53 Pfons-Brenner offiziell auf. Mit einer Gesamtlänge von rund 180 Metern, einem Bohrdurchmesser von 10,37 Metern und einem Gesamtgewicht von etwa 2.700 Tonnen gilt sie als hochkomplexe unterirdische Produktionsanlage. Bereits die Anlieferung verdeutlichte ihre Dimensionen: Rund 80.000 Einzelteile wurden mit 170 Spezialtransporten zur Baustelle gebracht und in einer eigens errichteten Montagekaverne im Berg zusammengesetzt.
Mit dem Durchschlag ist laut BBT-Gesellschaft nun die erste Hauptröhre des Tunnelsystems auf voller Länge fertiggestellt. Von der Sillschlucht bis nach Franzensfeste bilden die einzelnen Tunnelabschnitte eine durchgehende Haupttunnelröhre. Österreich und Italien waren bereits am 28. Juli über die Hauptröhren miteinander verbunden worden. Damals waren bereits 220 der insgesamt 230 Kilometer des Tunnelsystems ausgebrochen.
Der seit 2007 im Bau befindliche Brennerbasistunnel ist ein reiner Eisenbahntunnel mit einer Gesamtlänge von 64 Kilometern zwischen Innsbruck und Franzensfeste. Seine Fertigstellung ist für 2031 vorgesehen, die Inbetriebnahme für das darauffolgende Jahr. Güterzüge sollen den Tunnel künftig mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h, Personenzüge mit bis zu 250 km/h durchfahren können. Die Fahrzeit wird sich dadurch von derzeit 80 auf 25 Minuten verkürzen. Die Gesamtkosten des Projekts werden auf 10,5 Milliarden Euro geschätzt.
red/kat
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- Tunnelbohrmaschine "Wilma" beim Durchschlag der westlichen Hauptröhre des Brennerbasistunnels. (Foto: BBT) » [IMG 4 MB]
- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter feiern die Fertigstellung der westlichen Hauptröhre des Brennerbasistunnels. Mit dabei war auch die Helga Morandell (Dritte von links), Namensgeberin der Tunnelbohrmaschine "Wilma". (Foto: BBT) » [IMG 3 MB]
- Die westliche Hauptröhre des Brennerbasistunnels (BBT) wurde über ihre gesamte Länge von 55 Kilometern fertiggestellt. Der wichtige Zwischenmeilenstein wurde am 25. August mit dem Durchschlag durch die Tunnelbohrmaschine "Wilma" erreicht. Auf dem Bild zu sehen sind die Tunnelbohrmaschine und die Arbeiter. (Foto: BBT) » [IMG 2 MB]
- "Mit der Fertigstellung der ersten Hauptröhre des BBT machen wir einen entscheidenden Schritt in Richtung Brenner Digital Green Corridor. Mehr Kapazität, mehr Züge und mehr Güter auf der Schiene bedeuten einen konkreten Nutzen für Südtirol, Tirol und die gesamte europäische Brennerachse. Ein Ergebnis, das durch die Arbeit Tausender Menschen möglich geworden ist, denen heute unser Dank gilt", betont Mobilitäts- und Infrastrukturlandesrat Daniel Alfreider. Das Bild zeigt ihn bei einem Lokalaugenschein im betreffenden Tunnelabschnitt. (Foto: LPA/Ressort Infrastrukturen und Mobilität) » [IMG 1 MB]


