Bildungsprojekte für Integration vulnerabler Personen gesucht
Neuer Aufruf des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) zielt auf soziale und wirtschaftliche Eingliederung ab - Speziell an Inhaftierte oder Ex-Inhaftierte sowie Menschen mit Behinderung gerichtet
BOZEN (LPA). Vulnerable Personengruppen haben es besonders schwer, sozial und wirtschaftlich in die Gesellschaft integriert zu werden. Der neue Aufruf für "Maßnahmen zur Stärkung der Kompetenzen und zur Begleitung zum Arbeitsplatz von schutzbedürftigen Personen" des ESF+ unterstützt nun Bildungsprojekte, die genau dabei behilflich sind. Ganz besonders richtet sich der Aufruf an Inhaftierte und ehemalige Inhaftierte sowie Menschen mit Behinderungen.
Das Programm des ESF+ für den Zeitraum 2021 bis 2027 sieht Maßnahmen zur Förderung der aktiven Inklusion über die Verbesserung der Chancengleichheit, die Durchsetzung der Nichtdiskriminierung sowie die Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit vor.
"Es geht darum, das Potenzial jedes einzelnen Menschen zu erkennen und gezielt zu fördern. Einerseits unterstützen wir dadurch Menschen in schwierigen Lebenslagen oder mit Behinderungen auf der Suche nach einem Platz im Arbeitsmarkt; gleichzeitig gewinnen wir wertvolle Kräfte, die wir angesichts des anhaltenden Arbeitskräftemangels dringend brauchen", unterstreicht Europa-Landesrätin Magdalena Amhof.
Nun wurde ein neuer öffentlicher Aufruf zur Einreichung von Bildungsprojekten gestartet, der über eine finanzielle Ausstattung von 4,5 Millionen Euro verfügt. Bis zum 7. August (12 Uhr) ist es möglich, Anträge über das Online-System CoheMon (https://fse-esf.civis.bz.it/) einzureichen.
Die verfügbaren 4,5 Millionen Euro setzen sich zu 40 Prozent aus EU-Mitteln des ESF (1,8 Millionen Euro), zu 42 Prozent aus staatlichen Mitteln (1,89 Millionen Euro) und zu 18 Prozent aus Landesmitteln (810.000 Euro) zusammen.
Über den ESF+ wurden in der laufenden Programmperiode (2021-2027) bereits über 200 Projekte in Südtirol gestartet und umgesetzt. Zahlreiche davon mit Schwerpunkt soziale Inklusion, Kompetenzaufbau und Arbeitsmarktintegration für vulnerable Zielgruppen.
"Die Erfahrungen aus früheren Weiterbildungsprojekten verdeutlichen, dass Menschen mit besonderen Bedürnfissen maßgeschneiderte Begleit- und Unterstützungsmaßnahmen benötigen, um ihre Chancen auf eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration zu erhöhen", erklärt die Direktorin des Amts für den Europäischen Sozialfonds Claudia Weiler.
pir/san