Euregio-Vorstand: Grünes Licht für mehr Schutz vor Lawinen
Euregio-Vorstand und Euregio-Versammlung tagten in Innsbruck: Neue Software für Lawinenschutzkommissionen ab 20. Oktober im Einsatz – Landeshauptleute beim EuregioSprintChampion im Stadtzentrum
INNSBRUCK (LPA). Mehr Sicherheit am Berg: Die neue Informations-, Dokumentations- und Kommunikationsplattform Pro.Lawinen.Report soll künftig die Bewertung von Lawinengefahren erleichtern. Im Winter 2026/27 steht sie erstmals allen 346 Lawinenkommissionen der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino zur Verfügung. Die Finanzierung für die ersten fünf Jahre haben der Euregio-Vorstand und die Euregio-Versammlung bei ihren Sitzungen am 26. September in Innsbruck gesichert. Weitere Höhepunkte des Tages waren die Vorstellung des Euregio-Wimmelbuchs für Kinder (siehe eigenen Bericht) und der Besuch beim EuregioSprintChampion in der Maria-Theresien-Straße.
Mit dem neuen System können die Kommissionsmitglieder das Lawinenrisiko einfacher einschätzen, direkt vor Ort Beobachtungen eintragen, Beurteilungen erstellen und den Entscheidungsträgern empfohlene Maßnahmen – etwa Sperrungen von Straßen oder Skipisten – mitteilen.
Der Euregio-Präsident, Tirols Landeshauptmann Anton Mattle betont: "Mit dieser Zusammenarbeit schützen wir Menschen und Infrastrukturen in den Bergen noch stärker: Mit dem Multifunktionstool können die Kommissionsmitglieder Lawinenrisiken noch effizienter einschätzen und ihrer hohen Verantwortung gerecht werden."
Start am 20. Oktober
Das System wird in der kommenden Wintersaison erstmals eingesetzt. Es ist für den Einsatz auf Mobilgeräten optimiert und bietet auch ohne Netzempfang die Möglichkeit für Offline-Arbeiten. Ab 20. Oktober wird es im Rahmen von Schulungen nicht nur den Lawinenkommissionen der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino zur Verfügung gestellt, sondern auch in anderen österreichischen Bundesländern.
Über Grenzen hinweg entwickelt sich die Euregio zu einem "echten Kompetenzzentrum für Sicherheit am Berg". Davon sind auch die Landeshauptleute aus Südtirol, Arno Kompatscher und aus dem Trentino, Maurizio Fugatti überzeugt. Kompatscher sagte: "Lawinen unterliegen überall den gleichen Gesetzen der Physik. Es schien uns konsequent, ihre Risiken einheitlich zu bewerten." Fugatti betont: "Immer mehr Menschen arbeiten und erholen sich in den Bergen und nutzen dabei digitale Hilfsmittel. Darauf wollen wir praktische Antworten geben." Weitere Beispiele seien der Euregio-Wetterbericht und die Euregio-Wandertools.
Pro.Lawinen.Report wurde im Rahmen des über das Interreg-Programm der EU finanzierte Euregio-Projekt Cairos entwickelt. Es brachte auch die Lawinenszenariokarten und eine gemeinsame Ausbildung der Lawinenkommissionen hervor. Ein Video berichtet darüber.
Zusatzinformationen
EuregioSprintChampion im Detail
Nach ihren Sitzungen begleiteten die Landeshauptleute (Euregio-Vorstand) und weitere Mitglieder der Euregio-Versammlung vom Platz vor dem Landhaus den Einzug der Jugendlichen zum Finale des EuregioSprintChampion. Dieses findet jedes Jahr abwechselnd in Tirol, Südtirol und dem Trentino statt und wird vom Allgemeinen Sportverband Österreich (ASVÖ Tirol), dem Verband der Sportvereine Südtirols (VSS) und dem Centro Sportivo Italiano (CSI) des Trentino organisiert. Heuer war die Maria-Theresien-Straße der Schauplatz, mitten im Herzen von Innsbruck.
Rund 13.000 Kinder und Jugendliche hatten an den Vorausscheidungen in zahlreichen Ortschaften und Schulen in Tirol, Südtirol und im Trentino teilgenommen. Die 120 besten sportlichen Nachwuchstalente der drei Länder traten nun im Finale in den Alterskategorien U8 bis U14 gegeneinander an und kämpften um den begehrten Euregio-Titel.
Ziel des Projekts ist es, Menschen bereits in früher Jugend mit der Leichtathletik in Berührung zu bringen: Dank mobiler Sprintbahn kommt die Leichtathletik in den öffentlichen Raum, begeistert Kinder und Jugendliche und macht diesen Sport einem breiten Publikum zugänglich.
gst
Bildergalerie
Dokumente zum Herunterladen
- Der Euregio-Vorstand stellte die neue Software und App Pro.Lawinen.Report vor: (von links) Maurizio Fugatti (Trentino), Euregio-Präsident Anton Mattle (Tirol) und Arno Kompatscher (Südtirol). (Foto: Land Tirol/Neuner) » [IMG 2 MB]
- Die Euregio-Versammlung besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der drei Landtage und Landesregierungen – paritätisch aus Tirol, Südtirol und dem Trentino. (Foto: Land Tirol/Neuner) » [IMG 3 MB]
- Der Euregio-Vorstand mit dem Euregio-Generalsekretariat: (von links) Judith Nothdurfter und Landeshauptmann Arno Kompatscher (beide Südtirol), Euregio-Präsident Anton Mattle und Euregio-Generalsekretär Matthias Fink (beide Tirol) sowie Landeshauptmann Maurizio Fugatti und Elisa Bertò (beide Trentino). (Foto: Land Tirol/Neuner) » [IMG 2 MB]
- Sitzung der Euregio-Versammlung in Innsbruck, die den Haushaltsvoranschlag 2027-29 der Euregio genehmigt hat. (Foto: Land Tirol/Neuner) » [IMG 3 MB]
- Der Euregio-Präsident, Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (Foto: Land Tirol/Neuner) » [IMG 178 kB]
- Landeshauptmann des Landes Südtirol, Arno Kompatscher (Foto: Land Tirol/Neuner) » [IMG 240 kB]
- Landeshauptmann des Landes Trentino, Maurizio Fugatti (Foto: Land Tirol/Neuner) » [IMG 219 kB]





