Forstdienste im Dreiländereck stärken Zusammenarbeit

13.10.2026, 11:00

Dienstbesprechung der Forstfachleute aus Tirol, Graubünden und Südtirol in Prad und Stilfs - Waldbrand vom Vorjahr und Monitoring der Brandfläche sowie Resilienz im Fokus

Fachlicher Austausch über Grenzen hinweg: bei der Diensbesprechung in Prad (in der ersten Reihe von links): Michael Kessler vom Fostinspektorat Schlanders, der Direktor des Forstinspektorats Meran Georg Pircher, Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher, Prader Bürgermeister Rafael Alber, Landesforstdirektor Günther Unterthiner. (Foto: LPA/Forstinspektorat Schlanders)
Fachlicher Austausch über Grenzen hinweg: bei der Diensbesprechung in Prad (in der ersten Reihe von links): Michael Kessler vom Fostinspektorat Schlanders, der Direktor des Forstinspektorats Meran Georg Pircher, Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher, Prader Bürgermeister Rafael Alber, Landesforstdirektor Günther Unterthiner. (Foto: LPA/Forstinspektorat Schlanders)

PRAD AM STILFSERJOCH/STILFS (LPA). Fachlicher Austausch über Grenzen hinweg: Am 8. Oktober trafen sich Vertreter und Vertreterinnen der Forstdienste aus Tirol, Graubünden und Südtirol zur traditionellen Dienstbesprechung im Dreiländereck in Prad am Stilfserjoch und Stilfs. Im Mittelpunkt standen der Waldbrand vom April vergangenen Jahres, erste Monitoring-Ergebnisse, die bereits vom Landesforstdienst durchgeführten Arbeiten und die Resilienz des Bergdorfs Stilfs.

Das Forstinspektorat Schlanders hatte die Partner aus dem Dreiländereck zum alljährlichen Treffen eingeladen. Im Bürgersaal des Rathauses von Prad begrüßten Bürgermeister Rafael Alber, Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher und der Direktor der Landesabteilung Forstdienst Günther Unterthiner die Teilnehmenden. Sie unterstrichen die Bedeutung des grenzüberschreitenden Austauschs für eine vorausschauende und wirksame Waldbewirtschaftung. "Waldbrände und ihre Folgen machen nicht an Landesgrenzen halt. Umso wichtiger ist es, Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die unsere Wälder und Bergdörfer langfristig widerstandsfähiger machen", betonte Landesrat Walcher.

Der Direktor des Forstinspektorats Schlanders Andreas Platter zeichnete die Chronologie des Waldbrandes nach, der im April 2025 in Prad ausgebrochen war. Anschließend präsentierte er erste von den Forstarbeitern durchgeführte und bereits abgeschlossenen Wiederherstellungsarbeiten. Michael Kessler vom Forstinspektorat Schlanders stellte erste Ergebnisse des Monitorings auf der betroffenen Fläche vor. Die Ausführungen gaben Einblick in die Entwicklung des Waldgebiets nach dem Brand und bildeten die fachliche Grundlage für den weiteren Austausch.

Bei der anschließenden Exkursion über den Montoni nach Stilfs besichtigten die Teilnehmenden an mehreren Orten die Waldbrandfläche. An mehreren Zwischenstopps entlang der Forstwege wurden die Auswirkungen des Feuers, die bisherigen Entwicklungen und die gewonnenen Erkenntnisse direkt vor Ort erläutert und diskutiert.

Im Mittelpunkt standen die bereits umgesetzten Maßnahmen der Forstarbeiter der Forststation Prad. Dazu zählen die in Abstimmung mit den Freiwilligen Feuerwehren errichteten Pumpenstellplätze sowie die gesäuberten und instand gesetzten Forstwege, die nun wieder befahrbar sind. Im Bereich des Löschteichs Schartalm wurde ein neuer Überflurhydrant aufgestellt. Am Trinkwasserspeicher in Agums entstanden im heurigen Sommer eine neue Zufahrt und ein Wendeplatz. Beim letzten Zwischenstopp besichtigten die Teilnehmenden den kürzlich fertiggestellten, 180 Laufmeter langen Forstweg in der Örtlichkeit Streibhaufen. Der verbrannte Weidezaun an der Gemeindegrenze zwischen Stilfs und Prad wird derzeit wiederhergestellt. Darüber hinaus pflanzten die Forstarbeiter im Frühjahr und Herbst des vergangenen und des heurigen Jahres insgesamt mehr als 2.500 Bäumchen – vorwiegend Laubholzarten – auf der Waldbrandfläche und schützten sie vor Wildverbiss. Die Vertreter der benachbarten Forstdienste zeigten sich von den bereits umgesetzten Maßnahmen beeindruckt.

mac