#halbzeit Brunner 2/3: Territoriale Kreisläufe im Umweltsektor stärken
Energieförderungen entlasten finanziell und unterstützen Energiewende – Mit Energiebilanz will Südtirol laut Landesrat Brunner Vorbild sein – Für Natur und Landschaft verstärkt sensibilisieren
BOZEN (LPA). Landesrat Peter Brunner beleuchtete bei der #halbzeit-Pressekonferenz am 6. Juli im Alperia Fernheizwerk in Bozen auch zahlreiche Schwerpunkte im Bereich Umwelt und Energie. Unter anderem stellte er die erste Energiebilanz Südtirols vor.
Mit der Weiterführung der Energieförderungen übe das Land Südtirol eine wichtige Funktion als Anreizgeber aus. „Ziel ist es, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und den Umstieg auf erneuerbare Energien zu unterstützen und niedrigere Energiekosten zu erzielen. Die Zahlen zeigen, dass die Förderpolitik wirkt: So ist im Jahr 2025 das gesamte Investitionsvolumen – also die Summe, die die Bevölkerung in Gebäudesanierungen und erneuerbare Energien zu investieren bereit ist – im Vergleich zum Vorjahr um 55 Prozent gestiegen“, berichtete Brunner.
Anhand des Beispiels des Umstiegs von einem Gaskessel auf eine Wärmepumpe in Kombination mit einer Photovoltaikanlage rechnete der Landesrat vor, warum sich dieser sowohl finanziell als auch ökologisch lohne: „Mit der Landesförderung von 60 Prozent beträgt die Amortisationszeit der Investition zwischen 6,5 und 7,5 Jahren – ohne würde sie sich auf rund 16,5 Jahre erhöhen“, berichtete Brunner. Neben der konkreten Entlastung der Haushalte leiste die Fördermaßnahme auch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. „Durch den Umstieg von einem Gaskessel auf eine Wärmepumpe in Kombination mit einer PV-Anlage kann ein Einfamilienhaus rund 6,7 Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen“, so Brunner.
Die Halbzeit-Pressekonferenz nutzte Landesrat Peter Brunner auch, um die erste Energiebilanz Südtirols vorzustellen. Diese wurde nach EUROSTAT-Methodik mit den Daten aus dem Jahr 2023 erstellt und stellt die Grundlage für eine fundierte Treibhausgasbilanz und die Überarbeitung des Klimaplans dar. „Die Hauptursache für Treibhausgasemissionen liegt im Energiesektor – dort müssen wir ansetzen. Das bedeutet für uns: Energie wird ein integraler Bestandteil der Klimastrategie“, betonte Brunner. Südtirol sei bereits heute bei den erneuerbaren Energien, der Stromproduktion und der Fernwärme stark aufgestellt. „94 Prozent der Stromproduktion und 40 Prozent der Wärmeproduktion stammen aus erneuerbaren Quellen. Bei den erneuerbaren Energieträgern entfällt der Großteil auf Biomasse“, erklärte Brunner. „Die lokale Erzeugung von Energie stärkt Südtirols Energieautonomie.“ Die Energiebilanz zeige aber, dass fossile Energieträger bei der Deckung des Endenergieverbrauches in Südtirol relevant bleiben, insbesondere im Wärme- und Transportsektor.
Im Bereich Natur und Landschaftsschutz sei es laut Landesrat Brunner ein wichtiges Anliegen, nicht nur zu schützen, sondern die Menschen noch stärker für den Wert von Natur und Landschaft zu sensibilisieren und Wissen darüber zu vermitteln. „In diesem Zusammenhang stärken wir die Naturparkhäuser, die wichtige Anlaufstellen für Umweltbildung und Bewusstseinsbildung vor Ort sind, infrastrukturell und personell“, so Brunner.
Ausblickend kündigte Landesrat Brunner an, dass die Agentur für Energie Südtirol – KlimaHaus ab 2027 die Gebäudezertifizierungen sowie die Betreuung der Initiativen KlimaGemeinde und KlimaSchule und deren fachliche Begleitung kostenlos erbringen werde.
Zudem würden sich mit der Autonomiereform neue Spielräume im Umweltbereich (Abfallsystem, kommunale Wärmeplanung) ergeben: „Diese möchten wir nutzen“, betonte Brunner.
Zusatzinformationen
Energie: Die Überproduktion nutzbar machen
Thomas Gasteiger, der Präsident des Südtiroler Energieverbands (SEV), der an der #halbzeit-Pressekonferenz von Landesrat Peter Brunner teilnahm, erläuterte, wie Südtirol im Bereich Energie noch unabhängiger werden kann. "Damit Südtirol den selbst produzierten Strom voll nutzen kann, müssen wir auf Speichertechnologie setzen", erläuterte Gasteiger. Derzeit werde die Überproduktion exportiert, da Energieverbrauch und Energieverfügbarkeit nicht immer ausgeglichen seien (zum Beispiel im Winter, wo durch den Tourismus sehr viel Energie verbraucht, jedoch weniger produziert wird). Zudem, so Gasteiger, sei auch das Stromnetz an der Leistungsgrenze und es brauche in den nächsten Jahren Investitionen in die Infrastruktur, auch um dem ständig wachsenden Energiebedarf gerecht zu werden. Von der Autonomiereform erwartet sich Gasteiger Spielräume im Bereich Energie, die beleuchtet und genutzt werden müssten.
mpi/pir
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- Die #halbzeit-Pressekonferenz von Landesrat Peter Brunner fand im Alperia-Fernheizwerk am Rechten Eisackufer in Bozen statt. Über die Ergebnisse im Bereich Energieförderungen zeigte sich der Landesrat besonders erfreut: Die Wärmepumpenoffensive in Kombination mit Photovoltaik-Anlagen hätte zu einem starken Anstieg der Förderanträge geführt. Insgesamt seien innerhalb von zwei Jahren zwischen 2024 und 2026 78 Prozent mehr Anträge um eine Energieförderung eingegangen. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- Thomas Gasteiger (im Bild links), der Präsident des Südtiroler Energieverbands, berichtete, wohin die Reise in Sachen Energie in Südtirol gehen müsse: Nämlich zu Speichertechnik, die eine Nutzung des heutigen Energieüberschusses ermöglichen werde. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- Ìm Rahmen der #halbzeit-Pressekonferenz stellte Landesrat Peter Brunner auch die erste Energiebilanz des Landes Südtirol vor. Ziel des Landes müsse es sein, die Dekarbonisierung zu fördern und den Energieverbrauch zu drosseln. Insgesamt stehe Südtirol jedoch mit einem Anteil von 61 Prozent erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch gut da. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]

