#halbzeit LRin Mair 2/3: Nächste Schritte in Wohnpolitik müssen folgen

24.06.2026, 12:35

Nach Wohnreform 2025 werden weitere Maßnahmen das Wohnen für Ansässige erleichtern - Ausweisung neuer Wohnbauzonen laut Mair unabdingbar - Systemwechsel beim Wohnbauinstitut

Landesrätin Ulli Mair nahm bei der #halbzeit-Pressekonferenz auch zu den überhitzten Preisen am Wohnmarkt Stellung: "Um das Problem an der Wurzel zu packen, müssen wir die Ausweisung neuer Wohnbauzonen jetzt rasch vorantreiben. In den nächsten 10 Jahren brauchen wir mindestens 20.000 neue Wohneinheiten in Südtirol", sagte sie. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)
Landesrätin Ulli Mair nahm bei der #halbzeit-Pressekonferenz auch zu den überhitzten Preisen am Wohnmarkt Stellung: "Um das Problem an der Wurzel zu packen, müssen wir die Ausweisung neuer Wohnbauzonen jetzt rasch vorantreiben. In den nächsten 10 Jahren brauchen wir mindestens 20.000 neue Wohneinheiten in Südtirol", sagte sie. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

BOZEN (LPA). Die Wohnreform 2025, die Landesrätin Ulli Mair im Vorjahr über die Bühne bringen konnte, "ist kein Endpunkt, sondern ein Anfang". Das Reformpaket habe dabei geholfen, Wohnraum für die einheimische Bevölkerung zu schaffen, zu sichern und bezahlbarer zu machen, nun seien weitere Schritte notwendig, denn das leistbare Wohnen, so Mair im Rahmen ihrer #halbeit-Pressekonferenz, stehe für sie und die gesamte Landesregierung weiter ganz oben auf der Prioritätenliste.

"Mit der Wohnreform haben wir den jahrelangen Stillstand in Südtirols Wohnpolitik beendet", betonte Landesrätin Mair, "erste positive Signale sind bereits deutlich sichtbar." So stoße der neue gemeinnützige Wohnbau zunehmend auf Interesse: Allein im Vorjahr wurden acht Projekte (etwa 100 Wohnungen) beantragt, in den kommenden Jahren dürften in Dutzenden weiteren Projekten landesweit mehrere Hundert Wohnungen entstehen. Die neue Förderschiene des begünstigten Darlehens sowie das reformierte Bausparen würden ebenfalls gut angenommen, besonders bei Paaren und jungen Menschen. Seit dem 1. Jänner 2026 wurden Darlehen mit einem Gesamtvolumen von rund 60 Millionen Euro gewährt. Insgesamt haben rund 500 Personen bzw. Familien auf die beiden Fördermaßnahmen zurückgegriffen. 

Verstärkung beim Abarbeiten der Gesuche

Die bestehenden Förderschienen für Kauf, Bau und Sanierung seien mit der Wohnreform effektiv entbürokratisiert und optimiert worden. "Die Herausforderung in den nächsten Monaten wird es sein, die Wartezeiten für die Auszahlung deutlich zu senken", kündigte Mair an. Um das zu erreichen, werde die zuständige Abteilung ab dem 1. Juli durch externe Mitarbeiter verstärkt. 

Als notwendig und richtungsweisend habe sich erwiesen, 100 Prozent der neuen Wohnkubatur für Ansässige zu reservieren, "auch sind die intensivierten, flächendeckenden Kontrollen in Zusammenarbeit mit der Finanzpolizei unabdingbar, um sicherzustellen, dass geförderter und konventionierter Wohnraum keine Chance auf Zweckentfremdung hat."

Durch neues Wohnland Druck vom Markt nehmen

"Um das Problem der überhitzten Preise an der Wurzel zu packen, müssen wir die Ausweisung neuer Wohnbauzonen jetzt rasch vorantreiben. Unterschiedlichen Berechnungen zufolge brauchen wir in den nächsten 10 Jahren mindestens 20.000 neue Wohneinheiten. Nur durch Rückgewinnung von bestehendem Wohnraum für die ansässige Bevölkerung oder durch Verdichtung im Bestand wird die Zahl nicht zu erreichen sein, weshalb neuer Baugrund notwendig ist“, bricht Mair eine Lanze dafür, Druck vom Markt zu nehmen. Auch die Baustandards sprach Mair an: "Hier gilt es zu überdenken, ob auch künftig unabhängig von der Lage überall an den höchsten Baustandards festgehalten werden muss, ober ob die Standards in einigen Bereichen reduziert werden können, um Baukosten zu senken."

Auf dem Arbeitsprogramm steht auch die finale Definition der strukturschwachen und abwanderungsgefährdeten Gemeinden, um den ländlichen Raum durch den Förderbonus von +25 Prozent zu stärken. Weiters sei für den Mietmarkt eine konkrete Absicherung für Private notwendig, um den Vermieterschutz umzusetzen.

WOBI: Weitere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung

Was das Wohnbauinstitut (WOBI) betrifft, stehe nach der im Mai erfolgten Reorganisation, bei welcher Verantwortung vom Verwaltungsrat an die Landesregierung und den Generaldirektor übertragen wurde, nun ein Systemwechsel bei den Rangordnungen an. "Beim bezahlbaren Mietzins verabschieden wir uns von den Einzelausschreibungen für jede Vergabe oder Gemeinde und gehen zu einer permanenten Rangordnung in allen Gemeinden über. Es wird dann für alle Gemeinden eine Rangordnung für den sozialen und eine für den bezahlbaren Mietzins geben", kündigt Mair an. Auch in Sachen Leerstand will die Wohnlandesrätin aufs Gaspedal drücken, um die Instandhaltungsarbeiten in WOBI-Gebäuden noch schneller abzuwickeln.

pir