Kapuzinerpark: Sanierung geht in Umsetzung

05.10.2026, 15:43

Der Kapuzinerpark in Bozen soll für alle besser nutzbar und zugänglich werden – Jetzt starten die Sanierungsarbeiten – Landesrat Christian Bianchi gibt einen Überblick über die Eingriffe

Von rechts: die Leiterin des städtischen Gartenamtes Bozen, Ulrike Buratti, der Bozner Stadtrat Claudio Della Ratta, Landesrat Christian Bianchi, der Bozner Bürgermeister Claudio Corrarati, Ressortdirektor Daniel Bedin sowie die Projektanten Kurt Wiedenhofer und Marco Formenti. (Foto: LPA/Greta Stuefer)
Von rechts: die Leiterin des städtischen Gartenamtes Bozen, Ulrike Buratti, der Bozner Stadtrat Claudio Della Ratta, Landesrat Christian Bianchi, der Bozner Bürgermeister Claudio Corrarati, Ressortdirektor Daniel Bedin sowie die Projektanten Kurt Wiedenhofer und Marco Formenti. (Foto: LPA/Greta Stuefer)

BOZEN (LPA). Die Arbeiten zur Sanierung und außerordentlichen Instandhaltung des Kapuzinerparks in Bozen gehen in die Umsetzungsphase sind gestartet und sollen im Sommer 2027 abgeschlossen sein. Hochbau- und Vermögenslandesrat Christian Bianchi hat 5. Oktober gemeinsam mit Projektanten Kurt Wiedenhofer und Marco Formenti sowie Ressortdirektor Daniel Bedin über den Zeitplan und die einzelnen Bauphasen informiert. Beim Baustart vor Ort waren auch der Bozner Bürgermeister Claudio Corrarati, der Bozner Stadtrat Claudio Della Ratta sowie die Leiterin des städtischen Gartenamtes Ulrike Buratti.

"Mit diesem strategischen Eingriff wollen wir das öffentliche Vermögen aufwerten. Wir arbeiten hier an einem besonders schönen Ort mit enormem Potenzial, der im Laufe der Jahre allerdings auch von Verfallserscheinungen geprägt war. Unser Ziel ist es, den Kapuzinerpark der Stadt Bozen zurückzugeben und ihn in einen sicheren, gepflegten, lebendigen und für alle wirklich nutzbaren Ort zu verwandeln", betonte Landesrat Bianchi. Öffentliches Vermögen aufzuwerten bedeute nicht nur, es zu bewahren, sondern auch dafür zu sorgen, dass die Menschen es wieder nutzen und erleben können, erklärte der Landesrat.

Bürgermeister Corrarati betonte, der Kapuzinerpark sei aufgrund seiner Geschichte, seiner Lage und seiner möglichen Rolle im Alltag ein wichtiger Ort für Bozen. Er zeige zugleich, wie die Zusammenarbeit zwischen Land und Gemeinde konkrete Ergebnisse für die Stadt bringen könne. Durch seine Lage am Rand der Altstadt sei der Park zudem ein wichtiger Verbindungspunkt zwischen verschiedenen Räumen, Menschen und Nutzungsformen. Ziel sei es, dass der Park wieder stärker genutzt und aufgewertet werde und sich vollständig in das Gefüge der Bozner Altstadt einfüge.

Befürwortet wurde die Aufwertung des unter Denkmalschutz stehenden Gartens im Herzen Bozens und dessen bessere Zugänglichkeit für die Bevölkerung auch von Landeskonservatorin Dalla Torre. Alle historischen Elemente erzählten die Geschichte der Stadt und würden erhalten. Gleichzeitig werde der Ort neu belebt. Dank der Zustimmung aller Beteiligten seien nachhaltige Lösungen gefunden worden, die den Anforderungen des Denkmalschutzes entsprächen, fügte Dalla Torre hinzu.

Die Fläche des Parks gehört den Kapuziner-Minoriten von Brixen. Das Land verfügt darüber bis 2039 über ein Eigentumsrecht. Für die Führung des Kapuzinerparks plant die Gemeinde Bozen eine Ausschreibung, um die künftigen Betreiber des vorgesehenen Bistros zu bestimmen. Diese sollen auch für die Aufsicht über den Park und für die Planung von Veranstaltungen zuständig sein, und zwar zusammenmit den angrenzenden Kultureinrichtungen, also dem Kulturzentrum Trevi, der Bibliothek Claudia Augusta und dem Stadttheater Bozen.

Das Projekt geht auf den vom Bozner Stadtverwaltung und dem Landesamt für Bau- und Kunstdenkmäler festgestellten Bedarf einer umfassenden Sanierung und gleichzeitigen Aufwertung des Parks zurück, und zwar mit dem Ziel, den Ort lebenswerter und attraktiver zu machen und die Sicherheit für die Nutzenden zu erhöhen. Mit dem neuen Bistro und einem vielfältigen Angebot an kulturellen Veranstaltungen soll der Park zudem zu einem neuen Treffpunkt für junge Menschen werden.

Im Zuge der Arbeiten wird auch die historische Umfassungsmauer saniert. Geplant sind zwei neue Öffnungen: eine an der Westseite zum Trevi-Zentrum und eine an der Südostseite in Richtung Verdiplatz. Gearbeitet wird auch an den technischen Anlagen. Ein Vordach wird gebaut und eine Fläche für einen Obstgarten wird angelegt. In die Arbeiten, die das Unternehmen Bettiol GmbH ausführt, werden 1,7 Millionen Euroinvestiert. Das Landesamt für Denkmalpflege hat eine positive Stellungnahme zum Sanierungsplan abgegeben, unter der Voraussetzung, dass die für den Obstgarten vorgesehene Fläche vergrößert wird und dabei die Art und Anordnung historischer, für den historischen Gemüse- und Obstgarten geeigneter Pflanzen übernommen werden.

Zusatzinformationen

Sanierungsplan für die Umfassungsmauer

Die historische Mauer verfügt an der Südseite über eine einzige, großzügig dimensionierte Zugangöffnung. Der Sanierungsplan sieht zwei neue Öffnungen vor, und zwar eine an der Westseite in Richtung Kulturzentrum Trevi und eine an der Südostseite in Richtung Verdiplatz.

Die neue Öffnung an der Westseite beim Kulturzentrum Trevi soll an der Stelle des Rundfensters entstehen, die Größe einer Bogentür haben und mit einem Holzelement versehen werden.

An der Südostseite in Richtung Stadttheater kann die Öffnung aufgrund ihrer unmittelbaren Nähe zum großzügigen Haupteingang nur dann gerechtfertigt werden, wenn sie Bestandteil einer Neugestaltung des Platzes vor dem Theater ist. In diesem Fall ist dieselbe Öffnung wie auf der Seite zum Kulturzentrum Trevi vorzusehen.

Der Sanierungsplan betrifft Parzellen, die unter Denkmalschutz stehen. Jede Maßnahme muss daher gemäß Landesgesetz Nr. 26 vom 12. Juni 1975 und Artikel 21 des Gesetzesvertretenden Dekrets Nr. 42 vom 22. Jänner 2004 der Genehmigung durch das Landesamt für Denkmalpflege unterzogen werden. Diese Stellungnahme ist daher als verbindlich anzusehen.

ee/tl/san