KOI-Tagung schafft Möglichkeit für Austausch und Vernetzung
Integration und die Rolle der Gemeinden im Fokus einer Tagung – Vernetzung und Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure und Ebenen sind für gelingende Integration zentral, sagt Landesrätin Pamer
BOZEN (LPA). Die Integration von Migrantinnen und Migranten ist eine der großen gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart: Dafür sei die gute Zusammenarbeit aller beteiligten Ebenen und Akteure wichtig, lautete der Tenor einer Tagung, welche die Koordinierungsstelle für Integration und das Forum Prävention am Nachmittag des 8. Oktober im Innenhof im Landhaus 1 organisiert hatten. Daran teil nahmen politisch Zuständige aus den Gemeinden, Mitarbeitende der Sozialdienste und von Vereinigungen, die mit und für Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten.
"Damit ein Integrationsprojekt gelingen kann, braucht es Rahmenbedingungen, ein Netzwerk und die Bereitstellung von Instrumenten. Es braucht somit das Zusammenspiel aller Beteiligten", zeigte sich Soziallandesrätin Rosmarie Pamer bei der Tagung überzeugt. Verena Wisthaler, Leiterin des Zentrums für Migration und gesellschaftlichen Wandel von Eurac Research, sprach über den Beitrag, den Gemeinden im Integrationsprozess haben und informierte zu einer Studie, welche Eurac derzeit gemeinsam mit dem Landesinstitut für Statistik ASTAT durchführt. In allen Südtiroler Gemeinden leben nämlich Menschen aus anderen Ländern. Gemeinden seien, obwohl sie gesetzgeberisch nicht tätig sein könnten, wichtige unterstützende Akteure, die im unmittelbaren Kontakt und Austausch mit den Betroffenen stehen. Die Vernetzung der Gemeinden untereinander und das Engagement der Integrationsbeauftragten in den Gemeinden seien zentrale Elemente für eine gelingende Integration, hob Wisthaler hervor.
Von der Rolle der Sozialdienste bei der Unterstützung der Gemeinde berichtete Markus Frei, Koordinator der SAI-Projekte (Sistema di Accoglienza e Integrazione) im Bezirk Eisacktal. Seine Erfahrungsweite zeigen, dass Menschen mit wenig Hilfe, Mediation, Begleitung sowie dem guten Zusammenspiel mit der Lokalpolitik schnell selbstständig werden könnten. Die Sozialdienste seien vor allem aufgrund des umfangreichen Wissens und der Erfahrungswerte unterstützend in Beratung, Orientierung und Begleitung tätig. Begleitend und transversal aktiv sei auch die Koordinierungsstelle für Integration, informierte deren Leiterin Barbara Bogoni, da man Unterstützung für die Arbeit vor Ort biete.
Erfahrungsberichte aus der Praxis standen in der anschließenden Diskussionsrunde im Mittelpunkt: Leon Pergjoka, Soziologe und Vorsitzender des Beirates für Integration und Migration der Gemeinde Bruneck, berichtete über seine eigene Erfahrung als Einwandererkind und darüber, wie durch schrittweise Vertrauensbildung und ein wohlwollendes Umfeld Integration gelingen könne. Fatima Ezzahra Ziyani vom Verein Insieme Unterland nannte den Beziehungsaufbau als große Stärke, weil damit Interesse für jeden Menschen gezeigt werde und es damit gelinge, sie zu erreichen. Elisa Golser vom Projektmanagement LAG Pustertal unterstrich, dass es wichtig sei Akteure zusammenzubringen und ins Gespräch zu kommen. Barbara Wopfner, Koordinatorin der SAI-Projekte im Vinschgau, sagte, dass die Wohnungssuche zu einem ernüchternden Thema geworden sei und man darum nun verstärkt Menschen mit Migrationshintergrund zur selbstständigen Wohnungssuche befähige. Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger seien sehr solidarisch und hilfsbereit, schilderte der Sterzinger Bürgermeister Peter Volgger die Erfahrungen seiner Gemeinde bei der Umsetzung des derzeit laufenden Integrationsprojektes zum begleiteten Wohnen für Familien mit Migrationshintergrund. Sozialstadträtin Chiara Martorelli ergänzte dazu, dass sie auch innerhalb des Stadtrates auf viel Unterstützung gestoßen sei. Die Vizebürgermeisterin von St. Ulrich, Martina Comploi, berichtete von der bereits seit zehn Jahren praktizierten, übergemeindlichen Zusammenarbeit im Integrationsbeirat des Grödentales. Dadurch seien viele kleinere Initiativen umgesetzt worden, wo vor allem das Kennenlernen und Vernetzen zentral gewesen sein. Diese Aktionen seien wichtig gewesen, um Dranzubleiben, denn Integration erfordere oft einen langen Atem und Beständigkeit.
ck
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- Integration beinhalte große gesellschaftliche Fragen, hielt einleitend Astrid Wiest fest. Die Direktorin des Amtes für Kinder- und Jugendschutz und Soziale Inklusion moderierte die Tagung. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 1 MB]
- "Damit Integration gelingen kann braucht es das Zusammenspiel aller Beteiligten", sagte Soziallandesrätin Rosmarie Pamer bei einer Tagung, die die Rolle von Gemeinden und lokalen Netzwerken bei der Aufnahme von Familien mit Migrationserfahrung in den Fokus rückte. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 1 MB]
- In einem Runden Tisch berichteten (v.l.) Barbara Wopfner, Peter Volgger, Martina Comploi, Elisa Golser, Fatima Ezzahra Ziyani und Leon Pergjoka von ihren Erfahrungen mit der Umsetzung von Integrationsarbeit. Moderiert wurde die Runde von Elisa Zenatti und Christa Ladurner (beide Forum Prävention). (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]

