Küchelbergtunnel besteht Brandschutzprobe

06.11.2026, 13:35

Warmrauchtest unter Beteiligung der Techniker und Feuerwehren verläuft positiv - Weitere Funktionstests der Sicherheitskomponenten werden durchgeführt

Der Rauchgastest, der am 6. November im Küchelbergtunnel durchgeführt wurde. (Foto: LPA/Ressort für Infrastrukturen und Mobilität)
Der Rauchgastest, der am 6. November im Küchelbergtunnel durchgeführt wurde. (Foto: LPA/Ressort für Infrastrukturen und Mobilität)

MERAN (LPA). Die Sicherheit im Notfall zu gewährleisten, ist in Straßentunnels deutlich komplexer als auf Straßen im offenen Gelände. Deshalb wird vor der Inbetriebnahme die Funktionstüchtigkeit der Systeme umfassend geprüft – so auch am 6. November im Küchenbergtunnel. Infrastrukturlandesrat Daniel Alfreider zeigt sich zufrieden über den positiven Verlauf der Brandschutzprobe und dankt für die gute Zusammenarbeit der verantwortlichen Techniker, der Berufsfeuerwehr und den Feuerwehren des Burggrafenamtes.

Beteiligt am Test waren die zuständigen Vertreter der Ämter für Straßenbau und Straßendienst, die Landesberufsfeuerwehr, die Bezirksfeuerwehr Burggrafenamt sowie die Freiwilligen Feuerwehren von Meran und aus dem Burggrafenamt. Unter Aufsicht des Bauleiters und des Abnahmeprüfers wurden die Prüfungen erfolgreich abgeschlossen, teilt das Ressort für Infrastrukturen und Mobilität mit.

Es wurde ein Warmrauchtest durchgeführt, um die Tunnelbelüftungen im Brandfall zu testen. Im Gegensatz zum Kaltrauchtest wird hier echte thermische Energie erzeugt, um die Thermik, den Rauchauftrieb und das reale Ausbreitungsverhalten eines Tunnelbrandes exakt zu simulieren. Dies ist vor der Verkehrsfreigabe eines Tunnels notwendig, um nachzuweisen, dass die Tunnelentlüftung im Ernstfall funktioniert und somit Menschenleben gerettet werden können, betont das Ressort. Für den Test werden kontrollierte Brandlasten im Tunnel platziert. Dies wurde am 6. November mit speziellen Gasbrennern simuliert, die die Luft stark erhitzten. Gleichzeitig wird sauberer Nebel aus Nebelmaschinen direkt in den heißen Luftstrom eingespeist, um den Rauch sichtbar zu machen. Der Rauch erhitzt sich schlagartig auf mehrere hundert Grad und steigt zur Decke auf und bildet dort eine stabile Heißgasschicht (Rauchschichtung), die sich im Tunnel ausbreitet. 

"Bleibt die heiße Rauchschicht stabil an der Decke, ermöglicht dies im Notfall darunter eine raucharme Sichtverbindung, also einen Fluchtweg, für Personen. Gleichzeitig mit der Erfassung des Brandfalles durch die Branddetektoren werden die Rauchgasklappen in der Decke geöffnet und durch die starken Abluftventilatoren im Bereich der Tunnelportale wird der Rauch abgesaugt", erklären Stephan Bauer, der Direktor des Amtes Straßenbau West, und Johannes Strimmer, der Direktor des Straßendienstes Burggrafenamt. 

Im Ernstfall müssen die Rettungskette und das Zusammenspiel der Einsatzkräfte reibungslos funktionieren, um eine koordinierte Evakuierung zu ermöglichen. Da Rauchgase im Tunnel lebensgefährlich sind, spielen bauliche und technische Sicherheitseinrichtungen bereits in der Planung eine zentrale Rolle. "Der Küchelbergtunnel hat die heutige Bewährungsprobe bestanden", betont Alfreider in der Hoffnung, dass der Ernstfall nie eintritt.

red