Rienz am Kniepass: Mehr Sicherheit und Raum für Natur

05.10.2026, 07:30

Wildbachverbauung verlegt Rienz am Kniepass - Zusammenarbeit mit Landesabteilung Tiefbau - Schutzstreifen zur Straße erhöht Verkehrssicherheit - Ökologische Aufwertung des Flussabschnitts

Das Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost der Agentur für Bevölkerungsschutz und das Landesamt für Straßenbau Nord/Ost in der Landesabteilung Tiefbau führen derzeit gemeinsam Arbeiten an der Rienz im Bereich des Kniepasses durch. (Foto: LPA/Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost der Agentur für Bevölkerungsschutz)
Das Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost der Agentur für Bevölkerungsschutz und das Landesamt für Straßenbau Nord/Ost in der Landesabteilung Tiefbau führen derzeit gemeinsam Arbeiten an der Rienz im Bereich des Kniepasses durch. (Foto: LPA/Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost der Agentur für Bevölkerungsschutz)

KIENS/ST. LORENZEN (LPA). Das Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost der Agentur für Bevölkerungsschutz und das Landesamt für Straßenbau Nord/Ost in der Landesabteilung Tiefbau führen derzeit nach einem Projekt des Ingenieurstudios Bergmeister gemeinsam Arbeiten an der Rienz im Bereich des Kniepasses durch.

"Die Arbeitsgruppe mit Vorarbeiter Hubert Brugger wird die Rienz auf einer Länge von knapp 500 Metern um etwa die Hälfte ihrer Breite, also um rund 15 Meter verlegen“, berichtet Martin Moser vom Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost. Der betroffene Abschnitt erstreckt sich von der Behelfsbrücke zur Schottergrube bachaufwärts. Durch die Verlegung des Flusslaufs entsteht zwischen Straße und Rienz ein ausreichend breiter Schutzstreifen. Dadurch werden einerseits die Verkehrssicherheit und der Schutz der Infrastruktur gegen Hochwasserereignisse wesentlich erhöht, andererseits erhält der Flussabschnitt durch die Renaturierung einen ökologischen Mehrwert.

Die Wildbacharbeiter haben am 30. September mit den Arbeiten begonnen. Nach den Rodungsarbeiten an den bestehenden Uferstreifen werden sie das orografisch linke Ufer bis zur geplanten neuen Uferkante abtragen und provisorische Maßnahmen zur Umleitung der Rienz schaffen. Abschließend werden sie einen Damm auf der orografisch rechten Seite aufschütten und Uferböschungen mit Zyklopensteinen sichern. Das Flussbett wird mit Buhnen und Störsteinen gestaltet, um den Lebensraum der Fische aufzuwerten. Die neuen Uferstreifen werden abschließend begrünt, um die biologische Vielfalt wieder herzustellen.

"Ein Ziel der Arbeiten ist zudem, den Straßenabschnitt der Staatsstraße von Kiens bis zum Kniepass den aktuell gültigen Straßenbaurichtlinien anzupassen und zu erweitern", erklärt der Direktor des Landesamtes für Straßenbau Nord/Ost Florian Knollseisen: "Damit werden die Verkehrssicherheit und der Verkehrsfluss verbessert. Weiterer Bestandteil dieses interdisziplinären Projektes ist die erste Wildbrücke Südtirols, die am Kniepass entsteht; hier ist der Baubeginn für Ende des Jahres geplant."

Da im Hinblick auf das Grundwasser die Situation in Ehrenburg etwas angespannt ist, begleiten Ingenieur Oscar Cainelli und Geologe Joachim Dorfmann die Arbeiten mittels eines hydrogeologischen Monitorings. Die Arbeiten werden über den Winter durchgezogen und spätestens mit Juni abgeschlossen. In das Projekt werden 3,3 Millionen Euro investiert.

mac