Situation bei Stickstoffdioxiden und Feinstaub gleichbleibend
Neueste Bewertung der Luftqualität 2024 liegt vor - 15 fixe und mobile Messstationen - Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität werden fortgesetzt
BOZEN (LPA). Südtirol verfügt über ein gut ausgebautes Netz an Luftmessstationen: 15 fixe und mobile Messstationen im ganzen Land sowie kleine Passivsammler an neuralgischen Stellen in einigen Städten erheben die Daten zu den verschiedenen Luftschadstoffen, die von der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz beobachtet und ausgewertet werden.
Die aktuelle Situation
Bereits seit vielen Jahren ist die Situation im Bereich Feinstaub in Südtirol stabil, und die Grenzwerte für PM2,5 und PM10 werden eingehalten. Erstmals wurde 2024 an der Messstation in Latsch der Zielwert von Benzo(a)pyren, einer Kohlenstoffverbindung, die bei der Holzverbrennung entsteht, eingehalten. Auch die Stickstoffdioxid-Konzentrationen entsprechen in etwa den Werten des Vorjahres, an einigen Messstationen liegen sie leicht über, an einigen leicht unter dem Vorjahreswert. Das zeigen die Luftqualitätsdaten für das Jahr 2024, die am 27. März in Bozen vorgestellt wurden. Zuvor war die jährliche Luftqualitätsbewertung beim "Technischen Tisch zur Luftqualität" in Bozen den Gemeinden und Interessensverbänden präsentiert worden.
"Es geht in die richtige Richtung, dennoch bleibt noch einiges zu tun", betonte der Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz Peter Brunner. "Denn mit der neuen EU-Luftqualitätsrichtlinie, die in Italien in ein paar Jahren umgesetzt wird, werden die derzeitigen Jahresgrenzwerte für Stickstoffdioxid, PM10 und PM2,5 halbiert. Dies wird vor allem Anstrengungen im Bereich der Stickstoffdioxide erfordern", so Brunner. 2Es ist wichtig, gezielt Förderungen auf Landesebene anzubieten, Verbesserungsmaßnahmen zu setzen und die Bevölkerung bei diesem Thema mitzunehmen", sagte Brunner.
"Stickoxide, Feinstaub und Benzo(a)pyren sind vor allem auf den Straßenverkehr und Hausbrandanlagen zurückzuführen", berichtete der Direktor des Labors für Luftanalysen und Strahlenschutz Luca Verdi. "Überschreitungen bei Stickstoffdioxid hat es zuletzt 2021 an der Brennerautobahn gegeben." Weiterhin zum Einsatz kommen in einigen Städten Passivsammler. "An stark befahrenen Straßen mit hohen Wohnblöcken tritt der so genannte Canyon-Effekt auf, was zu kritischen Schadstoffkonzentrationen in Bodennähe führt", so Verdi.
Georg Pichler, Direktor des Landesamtes für Luft und Lärm, ging auf die Standorte der Luftmessstationen ein: !Sie befinden sich an den Hauptverkehrsachsen, etwa an der A22, in den größten Siedlungen und in den Talsohlen, in denen mehrere Emissionsquellen - Straßenverkehr, Hausbrand, Gewerbe etc. - vorhanden sind", so Pichler. Aber auch in den ländlichen Gebieten, in denen Holzheizungen verbreitet sind und die thermische Inversion häufig die Ausbreitung der Schadstoffe verhindere, werde die Luftqualität überwacht. "Das krebserregende Benzo(a)pyren etwa entsteht bei der unvollständigen Verbrennung von Holz in Öfen oder Kaminen. Dass der Zielwert 2024 an der Messstation Latsch eingehalten wurde, freut uns", betonte der Amtsdirektor.
Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität
Um die Luftqualität weiter zu verbessern, fördert das Land Südtirol den Austausch holzbefeuerter Zentralheizanlagen. Dafür stellt das Ministerium für Umwelt und Energiesicherheit in fünf Jahren 3,6 Millionen Euro zur Verfügung. "2024 und 2025 wurden bereits 61 Anträge von Betrieben und Privaten gestellt und rund 1,7 Millionen Euro für diesen Zweck verwendet", zieht Pichler eine erste Bilanz.
Voll angelaufen ist auch das Projekt "Heizen mit Holz – aber richtig!" zur Sensibilisierung und Datenerhebung im Bereich der Holzheizungen gemeinsam mit der Berufsgruppe der Kaminkehrer: Knapp 3.600 Holzheizungen in Südtirol wurden bereits erhoben, rund die Hälfte davon ist älter als 20 Jahre, circa 45 Prozent sind kleine Anlagen bis zu fünf Kilowatt, wie die ersten Auswertungen zeigen. "Ziel ist eine individuelle Beratung durch die Kaminkehrer, um die Holzheizungen bestmöglich zu betreiben", unterstreicht der Amtsdirektor. Das Projekt läuft noch bis Ende 2027.
Alle Daten zur Luftqualität sind online auf dem Webportal des Landes abrufbar.
mpi

Bildergalerie
Dokumente zum Herunterladen
- "Es geht in die richtige Richtung, dennoch bleibt noch einiges zu tun", betonte Landesrat Peter Brunner bei der Präsentation der Luftqualitätsdaten 2024. Die Situation beim Feinstaub sei stabil, bei den Stickoxiden werden hingegen vor allem in Hinblick auf die neue EU-Luftqualitätsrichtlinie Anstrengungen notwendig sein. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- "Die Stickstoffdioxid-Konzentrationen 2024 entsprechen in etwa den Werten des Vorjahres, an einigen Messstationen liegen sie leicht über, an einigen leicht unter dem Vorjahreswert", erklärte Luca Verdi, Direktor des Labors für Luftanalysen und Strahlenschutz. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- "Um die Luftqualität weiter zu verbessern, fördert das Land Südtirol den Austausch holzbefeuerter Zentralheizanlagen und setzt auf die Sensibilisierung und Beratung der Bevölkerung beim Betrieb kleiner Anlagen wie Kaminöfen und Holzherde", berichtete Georg Pichler, Direktor des Landesamtes für Luft und Lärm. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- Stellten die Luftqualitätsdaten 2024 vor und bewerteten die Entwicklungen der wichtigsten Luftschadstoffe in Südtirol: (v.l.) Georg Pichler, Direktor des Landesamtes für Luft und Lärm, Landesrat Peter Brunner und Luca Verdi, Direktor des Labors für Luftanalysen und Strahlenschutz, bei der Pressekonferenz am 27. März. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- Räumliche Verteilung der Stickoxid-Emissionen (NOx) und der Feinstaub-Emissionen (PM10) in Südtirol im Vergleich. (Quelle: Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz) » [IMG 2 MB]
- Luftschadstoffe im Vergleich: So haben sich die Stickstoffdioxid-Werte und die Feinstaub-Werte von 2006 bis 2024 am Beispiel von 2 Messstationen (Bozen/Claudia-Augusta-Straße und Brixen Süd/A22) entwickelt (Quelle: Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz) » [IMG 1 MB]
- In Südtirol konzentrieren sich die Emissionen in den größten Siedlungen, entlang der wichtigsten Infrastrukturen und in den Talsohlen. Dem folgen auch die Messpunkte, im Bild die Luftmessstation der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz entlang der Brennerautobahn bei Schrambach südlich von Brixen. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- Im Inneren der Luftmessstationen erheben hochmoderne Messgeräte die Werte der einzelnen Luftschadstoffe: Im Bild Luca Verdi, Direktor des Labors für Luftanalysen und Strahlenschutz. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 4 MB]
- Die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz ist für die Überwachung der Luftqualität in Südtirol zuständig: Dazu steht ihr ein Messnetz mit 15 mobilen und fixen Messstationen im ganzen Land zur Verfügung. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 1 MB]
- Straßenverkehr und die Hausbrandanlagen sind die Hauptquellen der wichtigsten Schadstoffe in Südtirol, nämlich von Stickoxiden, Feinstaub und Benzo(a)pyren. Im Bild die Luftmessstation der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz am Hadrianplatz in Bozen. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 3 MB]
- Präsentation zur Vorstellung der Luftqualitätsdaten 2024 am 27. März 2025 in Bozen » [PDF 6 MB]
- Luftschadstoffe im Vergleich: So haben sich die Stickstoffdioxid-Werte und die Feinstaub-Werte von 2006 bis 2024 am Beispiel von 2 Messstationen (Bozen/Claudia-Augusta-Straße und Brixen Süd/A22) entwickelt (Quelle: Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz) » [PDF 135 kB]
- Räumliche Verteilung der Stickoxid-Emissionen (NOx) und der Feinstaub-Emissionen (PM10) in Südtirol im Vergleich. (Quelle: Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz) » [PDF 238 kB]








