Strategische Zusammenarbeit zwischen den rätoromanischen Sprachen

30.09.2026, 07:25

Tagung zur Digitalisierung von Minderheitensprachen in Udine – Ladiner, Rätoromanen und Friulaner bündeln ihre Kräfte

Das Organisationsteam und Referenten der Tagung: gemeinsam für die Verwendbarkeit der Rätoromanischen Sprachen im digitalen Raum. (Von links: die Projektmanager Francesco Contin und Federico Grione, Sara Menazzi (ARLeF), technischer partner Andrea Virgilio, ARLeF-Direktor William Cisilino, ARLeF-Präsident Eros Cisilino, Marco Giacomello von der In-House-Gesellschaft INSIEL, Abteilungsdirektor Mathias Stuflesser, Samuel Frontull (Universität Innsbruck), Generalsekretär Andreas Gabriel (Lia Rumantscha), Robert Sama (DIGI-RLF). (Foto: Direktion Ladinische Bildung und Kultur)
Das Organisationsteam und Referenten der Tagung: gemeinsam für die Verwendbarkeit der Rätoromanischen Sprachen im digitalen Raum. (Von links: die Projektmanager Francesco Contin und Federico Grione, Sara Menazzi (ARLeF), technischer partner Andrea Virgilio, ARLeF-Direktor William Cisilino, ARLeF-Präsident Eros Cisilino, Marco Giacomello von der In-House-Gesellschaft INSIEL, Abteilungsdirektor Mathias Stuflesser, Samuel Frontull (Universität Innsbruck), Generalsekretär Andreas Gabriel (Lia Rumantscha), Robert Sama (DIGI-RLF). (Foto: Direktion Ladinische Bildung und Kultur)

BOZEN/UDINE (LPA). Die digitale Transformation von Ladinisch, Rätoromanisch und Friaulisch steht im Mittelpunkt des EU-Projekts "DIGI-RLF". Die Initiative wird vom Programm INTERREG Italien-Schweiz finanziert. Der Direktor der Abteilung Ladinische Bildungsverwaltung und Kultur, Mathias Stuflesser, hat in seiner Rolle als Projektleiter am 25. September das Projekt in Udine vorgestellt. Gelegenheit dazu bot die Tagung "Digitale Werkzeuge für Minderheitensprachen: Erfahrungen, Strategien und neue Szenarien", die anlässlich des Europäischen Tags der Sprachen von der Regionalagentur für die Friaulische Sprache (ARLeF) und Technologiepartnern veranstaltet wurde.

DIGI-RLF zielt auf eine gemeinsame digitale Strategie für die drei rätoromanischen Sprachen ab. Im Fokus stehen dabei die Einspeisung von Sprachdaten in standardisierte internationale Datenbanken sowie die Entwicklung von Modellen für die Spracherkennung, die beispielsweise für die automatische Niederschrift von Sitzungen eingesetzt werden können.

"Die Zusammenarbeit zwischen den drei rätoromanischen Sprachen ermöglicht es uns, gemeinsam Sprachtechnologien zu entwickeln und den Bürgerinnen und Bürgern mehr digitale Dienstleistungen auf Ladinisch anzubieten", erklärt Abteilungsdirektor Stuflesser.

Im Rahmen der Konferenz präsentierte Samuel Frontull (Universität Innsbruck) die Entwicklung von Sprachtechnologien für das Ladinische, die vom Ladinischen Kulturinstitut Micurá de Rü – einem assoziierten Partner des Projekts DIGI-RLF – finanziert werden. Außerdem referierte Generalsekretär Andreas Gabriel (Lia Rumantscha) über die digitale Sprachsouveränität des Rätoromanischen, und ARLeF-Direktor William Cisilino gab einen Überblick über die Digitalisierungsziele des neuen Plans für Sprachpolitik für das Friaulische 2026–2030.

Der Austausch in Udine fügt sich in die langjährige Zusammenarbeit der drei rätoromanischen Sprachgemeinschaften ein, die unlängst durch den Besuch einer rätoromanischen und friaulischen Delegation beim Tag der ladinischen Kultur in St. Ulrich weiter gefestigt wurde. Ziel ist es, sprachliche und technologische Fachkompetenzen über die Grenzen hinweg zu vernetzen, um gemeinsame Herausforderungen – von der Datenstandardisierung bis hin zu Technologien für ressourcenarme Sprachen – zu meistern.

Zusatzinformationen

Das Interreg-Projekt DIGI-RLF

Leadpartner des Interreg Italien-Schweiz Projekts ist die Abteilung Ladinische Bildungs- und Kulturverwaltung. Weitere Partner sind der Dachverband aller romanischen Sprachvereine in der Schweiz Lia Rumantscha, das Forschungszentrum Eurac Research, die Ladinische Abteilung der Freien Universität Bozen sowie die Regionale Agentur für die Friaulische Sprache (ARLeF).

Für die Umsetzung des 30 Monate andauernden Projekts stehen auf Südtiroler Seite knapp 600.000 Euro aus dem EU-Fonds für regionale Entwicklung und staatlichen Mitteln aus dem Rotationsfonds zur Verfügung, auf Schweizer Seite insgesamt 150.000 Schweizer Franken, wovon der Kanton Graubünden die Hälfte der Kosten trägt.

Das Interreg-Programm Italien-Schweiz 2021-2027 fördert die Zusammenarbeit zwischen Regionen und soll wirtschaftliche, soziale und ökologische Verbesserungen herbeiführen.

red