Unsichtbar, aber unverzichtbar: 811 Genossenschaften tragen Südtirol

29.06.2026, 07:10

Internationalen Tag der Genossenschaften am 4. Juli soll aufzeigen wie stark diese oft wenig beachtete Unternehmensform Wirtschaft, Arbeit und sozialen Zusammenhalt im Land sichert

Katharina Tutzer mit Landesrätin Rosmarie Pamer und Amtsdirektorin Manuela Paulmichl. (Foto: LPA/Katharina Fleischmann)
Katharina Tutzer mit Landesrätin Rosmarie Pamer und Amtsdirektorin Manuela Paulmichl. (Foto: LPA/Katharina Fleischmann)

BOZEN (LPA). Viele Menschen haben täglich mit ihnen zu tun - ohne es zu merken: beim Einkaufen, bei der Arbeit, in der Pflege oder bei der Finanzierung eines Projekts. Genossenschaften sind in Südtirol allgegenwärtig, aber selten im Fokus der Öffentlichkeit. Mehr als 800 Genossenschaften sind derzeit im Landesregister eingetragen. Sie sichern Arbeitsplätze, stärken die regionale Wirtschaft und leisten einen entscheidenden Beitrag für den sozialen Zusammenhalt im Land. Gerade in Bereichen wie Pflege, Integration und Nahversorgung zeigt sich ihre besondere Rolle – dort, wo andere Modelle oft an Grenzen stoßen. Südtirol zählt aktuell: 

  • 811 Genossenschaften im Landesregister (Stand: 31.12.2025)
  • 789 aktiv (davon 22 in Liquidation)
  • 233 Sozialgenossenschaften (davon 71 mit Fokus auf Arbeitsintegration)
  • 308 Produktions- und Arbeitsgenossenschaften
  • 90 Landwirtschaftliche Genossenschaften
  • 41 Raiffeisenkassen und Kreditgenossenschaften

Produktions- und Arbeitsgenossenschaften bilden die größte Gruppe, daneben tragen Sozialgenossenschaften, landwirtschaftliche Zusammenschlüsse, Wohnbauinitiativen und Kreditgenossenschaften wesentlich zur wirtschaftlichen Stabilität bei. Diese breite Aufstellung macht das Modell besonders krisenresistent.

Zum Internationalen Tag der Genossenschaften am 4. Juli rückt das Amt für Genossenschaftswesen die Bedeutung dieser Unternehmensform in den Fokus. "Unser Ziel ist es, Genossenschaften nicht nur zu kontrollieren, sondern aktiv zu fördern und als verlässlicher Partner zu begleiten", betont Amtsdirektorin Manuela Paulmichl. Genossenschaften würden zentrale Bereiche der Südtiroler Wirtschaft und Gesellschaft, von Landwirtschaft und Kreditwesen bis hin zu sozialen Diensten, prägen.

Soziale Verantwortung und regionale Wirkung im Mittelpunkt

Gerade im sozialen Bereich leisten Genossenschaften einen wichtigen Beitrag: 233 Organisationen widmen sich Pflege, Integration und vielfältigen Dienstleistungen, die für den gesellschaftlichen Zusammenhalt wichtig sind. 71 davon fördern gezielt die Eingliederung von Menschen mit Benachteiligungen in die Arbeitswelt.

"Genossenschaften verbinden wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung. Gerade in herausfordernden Zeiten zeigt sich ihre besondere Stärke", sagt Rosmarie Pamer, Landesrätin für Sozialen Zusammenhalt, Familie, Senioren, Genossenschaften und Ehrenamt. Auch die enge Verankerung im Territorium sorge für nachhaltige Effekte: Genossenschaften sichern Arbeitsplätze, stärken lokale Kreisläufe und tragen zur Versorgungssicherheit bei.

Zusatzinformationen

Das Amt als Ansprechpartner für Gründung, Aufsicht und Förderung

BOZEN (LPA). Das Landesamt für Genossenschaftswesen ist die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um Genossenschaften. Es sorgt für Rechtssicherheit, begleitet Gründungen, übt Aufsicht aus und unterstützt Genossenschaften durch gezielte Beiträge und Fördermaßnahmen. In enger Zusammenarbeit mit Verbänden und Institutionen stärkt es die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige genossenschaftliche Wirtschaft.

Neben der Aufsicht unterstützt das Amt aktiv die Gründung und Weiterentwicklung von Genossenschaften und sorgt für rechtliche Klarheit und Transparenz. Ein zentraler Aufgabenbereich ist dabei auch die Vergabe von Beiträgen und Förderungen. Gefördert werden unter anderem betriebliche Investitionen, Beratungen, Aus- und Weiterbildung, Neugründungen, Revisionskosten sowie Projekte zu Forschung und Wissensvermittlung. Damit trägt das Amt wesentlich dazu bei, Innovation, soziale Integration und die nachhaltige Entwicklung des genossenschaftlichen Sektors in Südtirol zu stärken.

Mehr Informationen dazu gibt es online unter https://genossenschaften.provinz.bz.it.

red/ck