332 Notruftaster schaffen zusätzliche Sicherheit
An Südtirols Feuerwehrhallen stehen künftig 332 öffentlich zugängliche Notruftaster als verlässliche Rückfallebene bei Ausfällen von Telefon und Mobilfunk bereit
KARNEID (LPA). Hilfe auf Knopfdruck: An den Feuerwehrhallen in Südtirol steht der Bevölkerung künftig eine zusätzliche Möglichkeit zur Verfügung, in Notlagen rasch Hilfe anzufordern. Die öffentlich zugänglichen Notruftaster sind vor allem für Situationen gedacht, in denen Telefon und Mobilfunknetz ausfallen.
Da die Hallen der Freiwilligen Feuerwehren im Alltag nicht ständig besetzt sind, dienen die Taster als direkte Rückfallebene. Wird der Notruftaster betätigt, wird die zuständige Feuerwehr über einen Personenrufempfänger alarmiert. Nach ihrem Eintreffen nimmt sie über Funk Kontakt mit der Landesnotrufzentrale auf und setzt den erforderlichen Notruf ab. Damit wird eine zusätzliche Möglichkeit geschaffen, im Notfall rasch Hilfe zu erhalten.
In diesen Wochen werden insgesamt 332 Notruftaster an die 306 Freiwilligen Feuerwehren mit ihren 332 Feuerwehrhallen in Südtirol verteilt, sie liegen schon am Sitz des Landesfeuerwehrverbandes in Vilpian bereit, berichtet Markus Rauch, Koordinator des Landesfunkdienstes in der Agentur für Bevölkerungsschutz. Vorgestellt wurde die neue Einrichtung am 5. Oktober bei der Halle der Freiwilligen Feuerwehr Kardaun, wo der erste Notruftaster bereits funktionstüchtig installiert ist.
"Die Notruftaster stärken die Sicherheit der Menschen in ganz Südtirol, gerade dann, wenn gewohnte Kommunikationswege nicht verfügbar sind", betonte Landeshauptmann und Bevölkerungsschutzlandesrat Arno Kompatscher bei der Pressekonferenz bei der Feuerwehrhalle Kardaun: "Das dichte Netz der Freiwilligen Feuerwehren, die enge Zusammenarbeit von Land, Gemeinden und Einsatzorganisationen sowie das große ehrenamtliche Engagement ermöglichen diese verlässliche Rückfallebene."
An der Vorstellung nahmen auch Landesfeuerwehrpräsident Martin Künig, Gemeindenverbandspräsident Dominik Oberstaller, der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Klaus Unterweger, der Primar für Notfall-, Anästhesie- und Intensivmedizin Marc Kaufmann, der Bürgermeister der Gemeinde Karneid Albin Kofler sowie Vizebürgermeisterin Martina Lantschner Pisetta teil.
"Die Freiwilligen Feuerwehren sind mit ihren Gerätehäusern flächendeckend in ganz Südtirol präsent und fest in den Dörfern verankert; deshalb eignen sich die Feuerwehrhallen besonders gut als Standorte für die Notruftaster", unterstrich Landesfeuerwehrpräsident Künig. "Wenn Telefon oder Mobilfunk in einer Ausnahmesituation nicht mehr funktionieren, erhält die Bevölkerung damit eine zusätzliche, verlässliche Möglichkeit, Hilfe anzufordern. Die Menschen in Südtirol können sich seit jeher auf ihre Feuerwehr verlassen – bei Bränden, Unfällen, Unwettern und vielen anderen Notlagen. Mit den neuen Notruftastern leisten wir gemeinsam mit dem Land und den Gemeinden einen weiteren Beitrag dazu, dass Hilfe auch in besonderen Situationen schnell und zuverlässig ankommt."
Zusatzinformationen
In der Vergangenheit fiel in verschiedenen Teilen Südtirols wiederholt das Strom- beziehungsweise Telefonnetz aus. In solchen Situationen ist es Bürgerinnen und Bürgern teilweise nicht mehr möglich, über die Einheitliche Notrufnummer 112 Hilfe anzufordern.
Um in diesen Fällen rasch Hilfe zu ermöglichen, wurden bei größeren beziehungsweise länger andauernden Ausfällen die entsprechenden Feuerwehrhallen besetzt. Dadurch konnten Notrufe über die Freiwilligen Feuerwehren an die Landesnotrufzentrale weitergeleitet werden. Diese Lösung erforderte jedoch eine vorherige Besetzung der Feuerwehrhallen.
Aus diesem Grund hat die Agentur für Bevölkerungsschutz mit dem damaligen Landesrat für Bevölkerungsschutz Arnold Schuler das Projekt Notruftaster für die Bevölkerung ins Leben gerufen.
mac
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- Ersten Notruftaster bei der Halle der Freiwilligen Feuerwehr Karduan-Karneid vorgestellt (von links): der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Klaus Unterweger, Primar Marc Kaufmann, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Kardaun-Karneid Christoph Vieider, Landesfeuerwehrpräsident Martin Künig, die Vizebürgermeisterin der Gemeinde Karneid Martina Lantschner Pisetta, Bürgermeister Albin Kofler (leicht verdeckt), Gemeindenverbandspräsident Dominik Oberstaller, Landeshauptmann und Bevölkerungsschutzlandesrat Arno Kompatscher (Foto: LPA/Maja Clara) » [IMG 1 MB]
- Im Notfall sofort verbunden: Südtirols neue Notruftaster, Dieser ermöglicht es, auch bei Ausfall des Strom- beziehungsweise Telefonnetzes Hilfe anzufordern. (Foto: LPA/Maja Clara) » [IMG 1 MB]