Gemeinden als Schlüssel für Erreichung der Klimaziele

20.10.2026, 12:50

Landesregierung in den Bezirken (3/5): Bei der Sondersitzung im Burggrafenamt betonte Landesrat Brunner zentrale Rolle der Gemeinden beim Klimaschutz - Versorgungssicherheit und Speicherbecken

Bei der Sondersitzung der Landesregierung auf Schloss Tirol wurde die Versorgungssicherheit im Bereich Energie thematisiert. "Es gilt, den bestehenden Energieverbrauch zu senken und die fossilen Energieträger durch erneuerbare Energien zu ersetzen", betonte Landesrat Peter Brunner dabei. (Foto: LPA/Fabio Brucculieri)
Bei der Sondersitzung der Landesregierung auf Schloss Tirol wurde die Versorgungssicherheit im Bereich Energie thematisiert. "Es gilt, den bestehenden Energieverbrauch zu senken und die fossilen Energieträger durch erneuerbare Energien zu ersetzen", betonte Landesrat Peter Brunner dabei. (Foto: LPA/Fabio Brucculieri)

DORF TIROL (LPA). Mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern des Burggrafenamts hat sich Landesrat Peter Brunner bei der Sondersitzung der Landesregierung am 20. Oktober auf Schloss Tirol über die Gemeinde-Klimapläne ausgetauscht. Das Burggrafenamt war südtirolweit der erste Bezirk, der die Klimapläne seiner Gemeinden übergemeindlich koordiniert hat. Der Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, Raumentwicklung und Energie verwies auf die wichtige Rolle der Gemeinden bei der Erreichung der Klimaplan-Ziele: "Zahlreiche Maßnahmen - von der Energieeffizienz öffentlicher Gebäude über eine nachhaltige Wärmeversorgung bis hin zur Mobilität - sind direkt vor Ort umzusetzen. Ziel ist es, die Gemeinden dabei zu unterstützen. Sie sollen selbst Verantwortung übernehmen und dabei stehen wir ihnen zur Seite", erklärte der Landesrat. 

Klimapläne aktualisieren

Was die Aktualisierung der Klimapläne anbelangt, informierten sich die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister über eine Unterstützung des Landes, etwa im Bereich der Datenerfassung. "Eine wirksame Klimapolitik muss messbar und transparent sein, deshalb braucht es eine solide Datengrundlage. Wir stellen den Gemeinden die auf Landesebene verfügbaren Daten zur Entwicklung des Energieverbrauchs und der Energieerzeugung auf ihrem Gemeindegebiet zur Verfügung“, sicherte Landesrat Brunner zu. "Mithilfe dieser Daten können sie selbst dann am besten beurteilen, welche Klimaschutzmaßnahmen zu setzen sind. Für das Monitoring und die Aktualisierung der Klimapläne sieht das Land Förderungen von bis zu 80 Prozent vor“, betonte Brunner.

Dekarbonisierung vorantreiben

In diesem Zusammenhang war auch die Versorgungssicherheit ein Thema bei der Sondersitzung der Landesregierung auf Schloss Tirol. "Es gilt, den bestehenden Energieverbrauch zu senken und die fossilen Energieträger durch erneuerbare Energien zu ersetzen", betonte Landesrat Brunner. Besonders viel Potential gebe es hierfür im Wärmesektor, wo der Anteil der fossilen Energieträger noch bei 60 Prozent liege. "Hier setzen wir im Rahmen der Dekarbonisierung auf die Fernwärme - insbesondere auf Biomasse und auf Abwärme aus der Müllverbrennung, und weiter auch verstärkt auf Wärmepumpen in Kombination mit Photovoltaik", berichtete der Landesrat. Je nach örtlichen Voraussetzungen müssten lokal die besten Lösungen gefunden werden. Deshalb sei es wichtig, dass die Gemeinden Wärmepläne erarbeiteten.

Bei der Stromversorgung ist laut Brunner vorgesehen, die bestehende Wasserkraft weiter zu verbessern und den Ausbau der Photovoltaik voranzutreiben. "Gleichzeitig müssen wir prüfen, wo Speicherkapazitäten notwendig sind", sagte Brunner. Speicherbecken für mehrere Zwecke - Trinkwasser, Energie, Landwirtschaft, Zivilschutz - würden künftig unerlässlich und müssten vorangebracht werden.

Ein wichtiger Bestandteil der Dekarbonisierung sei nicht zuletzt die Elektromobilität, deren Neuzulassungen aktuell in Südtirol noch bei 17 Prozent liegen: Ein Förderpaket gemeinsam mit Mobilitätslandesrat Alfreider soll hier Abhilfe schaffen, kündigte Landesrat Brunner an.

mpi

Nachhaltigkeit