Gendermedizin: Wechseljahre von Frauen und Männern im Blick

16.10.2026, 11:08

8. Südtiroler Symposium zur Gendermedizin beleuchtet in Bozen Andro- und Menopause und zeigt, warum Unterschiede zwischen Frauen und Männern für eine gezielte Medizin wichtig sind

"Jede und jeder von uns ist anders und daher ist es eine Herausforderung und eine Aufgabe der Medizin, diesen Unterschieden Rechnung zu tragen", betonte Michael Mayr, Direktor des Ressorts Gesundheitsvorsorge und Gesundheit (vorne am Rednerpunkt) beim 8. Südtiroler Symposium zur Gendermedizin an der Claudiana in Bozen. (Foto: LPA)
"Jede und jeder von uns ist anders und daher ist es eine Herausforderung und eine Aufgabe der Medizin, diesen Unterschieden Rechnung zu tragen", betonte Michael Mayr, Direktor des Ressorts Gesundheitsvorsorge und Gesundheit (vorne am Rednerpunkt) beim 8. Südtiroler Symposium zur Gendermedizin an der Claudiana in Bozen. (Foto: LPA)

BOZEN (LPA). Der Hormonhaushalt verändert sich, der Körper auch. Was das für Frauen und Männer und für ihre Gesundheit bedeutet, ist am 16. Oktober im Mittelpunkt des 8. Südtiroler Symposiums zur Gendermedizin an der Claudiana in Bozen gestanden.

"Jede und jeder von uns ist anders und daher ist es eine Herausforderung und eine Aufgabe der Medizin, diesen Unterschieden Rechnung zu tragen", betonte Michael Mayr, Direktor des Ressorts Gesundheitsvorsorge und Gesundheit. Gemeinsam mit Isabella Summa, Direktorin des Amtes für Personal, Bildung und Beiträge im Gesundheitswesen, eröffnete er das Symposium. Ziel war es, den Blick für geschlechts- und genderspezifische Unterschiede zu schärfen und Prävention, Diagnose und Behandlung stärker auf den einzelnen Menschen abzustimmen.

Fachleute verschiedener Disziplinen zeigten, wie vielfältig Andropause und Menopause die Gesundheit beeinflussen. Sonia Prader, Primaria der Gynäkologie am Krankenhaus Brixen, betrachtete die Menopause aus Sicht der geschlechtersensiblen Medizin. Diego Signorello, Primar der Urologie am Krankenhaus Brixen und Fellow of the European Board of Urology, ging der Frage nach, ob die Andropause Mythos oder Realität sei.

Anna Rab, Fachärztin für Innere Medizin, Kardiologie und Intensivmedizin, sprach über Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Anna Maria Aloisi, Professorin für Physiologie an der Universität Siena, beleuchtete Schmerz und Geschlechterunterschiede. Elisa Canu, Psychologin und Neuroimaging-Expertin am Wissenschaftlichen Institut San Raffaele in Mailand, erläuterte Zusammenhänge zwischen Neuroplastizität, Neurodegeneration und Geschlecht. Francesca Motta von Humanitas Research Hospital und Humanitas University in Mailand zeigte geschlechtsspezifische Aspekte von Autoimmunerkrankungen auf. Hanna Hosa, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Medizinischen Universitätsklinik Innsbruck, widmete sich der Sexualität im Lebensverlauf.

Ein Runder Tisch bündelte zum Abschluss die Perspektiven. Die wissenschaftliche Leitung und Moderation lag bei Rosmarie Oberhammer, ärztliche Leiterin am Krankenhaus Bruneck und Gendermedizin-Beauftragte des Südtiroler Sanitätsbetriebs. Der interdisziplinäre Austausch soll dazu beitragen, diagnostische, therapeutische und betreuende Maßnahmen gezielter weiterzuentwickeln.

Das Symposium wurde vom Landesamt für Personal, Bildung und Beiträge im Gesundheitswesen in enger Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb organisiert.

san