Hörtenbergtunnel: technisches Treffen von Land und Stadt Bozen

21.10.2026, 13:56

Vorstellung der 17 untersuchten Varianten und Vertiefung der möglichen Portalstandorte im Rahmen der Machbarkeitsstudie zum Hörtenbergtunnel

Beim zweiten technischen Treffen zur Machbarkeitsstudie des Hörtenbergtunnels in Bozen (von links): Mobilitätsstadträtin Johanna Ramoser, Stadtrat für öffentliche Arbeiten und Raumplanung Stephan Konder, Bozens Bürgermeister Claudio Corrarati, Landesrat  Daniel Alfreider, Johann Röck (PlanTeam), Abteilungsdirektor Umberto Simone, Federico Pasquali (Pasquali-Rausa Engineering), Georg Fischnaller (EUT Engineering) und Paolo Nannucci, erster Mitarbeiter des Landesamtes für Straßenbau Mitte/Süd. (Foto: LPA/Ressort Infrastrukturen und Mobilität)
Beim zweiten technischen Treffen zur Machbarkeitsstudie des Hörtenbergtunnels in Bozen (von links): Mobilitätsstadträtin Johanna Ramoser, Stadtrat für öffentliche Arbeiten und Raumplanung Stephan Konder, Bozens Bürgermeister Claudio Corrarati, Landesrat Daniel Alfreider, Johann Röck (PlanTeam), Abteilungsdirektor Umberto Simone, Federico Pasquali (Pasquali-Rausa Engineering), Georg Fischnaller (EUT Engineering) und Paolo Nannucci, erster Mitarbeiter des Landesamtes für Straßenbau Mitte/Süd. (Foto: LPA/Ressort Infrastrukturen und Mobilität)

BOZEN (LPA). Bei einem weiteren technischen Treffen am 21. Oktober haben Vertretungen des Landes Südtirol und der Stadt Bozen weitere Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zum Hörtenbergtunnel vorgestellt. Der Tunnel bildet das vierte Baulos der Umfahrung der Landeshauptstadt.

Im Mittelpunkt des Treffens standen die 17 untersuchten Varianten sowie die Bewertungen, die zur Festlegung der Trasse am Hörtenberg geführt haben. Vertieft betrachtet wurden die möglichen Standorte der Tunnelportale. Zur Diskussion stehen zwei Varianten im Norden und zwei im Süden, die miteinander kombiniert werden können. Der mittlere Tunnelabschnitt, der überwiegend durch Fels verläuft, bleibt dabei unverändert.

Die Planung wurde im Sommer 2024 vom Land in Auftrag gegeben und finanziert. Nach der Ausarbeitung erster Trassenführungen folgten eine Verkehrsstudie sowie technische, geologische, hydrogeologische, raumplanerische und landschaftliche Untersuchungen. Die Planung wurde von PlanTeam, EUT Engineering, Pasquali-Rausa Engineering und Sölva – Christian Sölva Landscape Architecture ausgearbeitet.

Warum einige Varianten nicht umsetzbar sind

Vier Lösungen erwiesen sich als nicht genehmigungsfähig, da sie den Bozner Grundwasserkörper (Trinkwasser) oder die roten Gefahrenzonen des Gefahrenzonenplans betroffen hätten. Andere Varianten hätten erhebliche Eingriffe in die bestehende Bahntrasse, lange offene Streckenabschnitte in landschaftlich geschützten Bereichen oder eine unzureichende Verkehrswirkung mit sich gebracht.

Die Ost-West-Variante wurden hingegen nicht ausgeschlossen, sondern in Evidenz gehalten, da sie andere Verkehrsflüsse erreicht und beeinflusst.

Fokus auf die Tunnelportale

Im Norden werden ein Portal im Bereich der Seilbahn Jenesien und ein weiteres nahe der Straße nach Jenesien untersucht. Im Süden stehen eine Lösung im Bereich Bozner Boden und Großmarkt sowie eine weiter außen gelegene Variante im Bereich Kampill zur Diskussion. Für jede Alternative hat das Land die verkehrliche Wirksamkeit, die technische Komplexität, mögliche Eingriffe, die Auswirkungen auf das Gebiet sowie die Vereinbarkeit mit künftigen Entwicklungen dargestellt.

Im Jahr 2025 wurden durchschnittlich 68.375 Fahrzeuge pro Tag auf neun Zufahrtsachsen nach Bozen gezählt. Der Tunnel soll die innerstädtischen Hauptverkehrsachsen entlasten, den Durchgangsverkehr in den Stadtvierteln reduzieren und eine direktere Verbindung zwischen dem Norden und Süden der Stadt schaffen.

Landesrat Daniel Alfreider betont: "Der Hörtenbergtunnel ist eines von mehreren Infrastrukturvorhaben, die das Land zur Verbesserung der Mobilität in Bozen planen und umsetzen möchte. Es handelt sich nicht um ein Einzelprojekt, sondern um einen Baustein eines Gesamtsystems, das den Durchgangsverkehr verringern, die Stadtviertel entlasten und die Verbindung zwischen Nord und Süd verbessern soll."

Bozens Bürgermeister Claudio Corrarati unterstreicht: "Unser gemeinsames Ziel ist es, die beste Lösung zu finden, indem wir Chancen und Herausforderungen sorgfältig abwägen. Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern klare und angemessene Antworten geben und zu einer verantwortungsvollen Entscheidung für die Zukunft der Stadt gelangen."

Land und Stadt Bozen werden die Prüfung der verschiedenen Alternativen nun fortsetzen, um den Standort der Tunnelportale festzulegen und die nächsten Planungsschritte einzuleiten.

red