Palliativversorgung: Land stärkt Ausbildung von Fachkräften

06.11.2026, 11:22

Mehr Fachkräfte sollen Kompetenzen in Palliative Care erwerben - Landesregierung baut dafür auf Vorschlag von Messner das interdisziplinäre Ausbildungsangebot am Ausbildungszentrum Claudiana aus

Menschen mit einer unheilbaren oder weit fortgeschrittenen Erkrankung brauchen eine gute Begleitung. Dafür braucht es entsprechend ausgebildete Fachkräfte. Das Land baut deshalb die Ausbildung in Palliative Care aus. Am universitären Ausbildungszentrum Claudiana in Bozen sollen 2026 und 2027 jeweils zwei interdisziplinäre Spezialisierungslehrgänge stattfinden. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)
Menschen mit einer unheilbaren oder weit fortgeschrittenen Erkrankung brauchen eine gute Begleitung. Dafür braucht es entsprechend ausgebildete Fachkräfte. Das Land baut deshalb die Ausbildung in Palliative Care aus. Am universitären Ausbildungszentrum Claudiana in Bozen sollen 2026 und 2027 jeweils zwei interdisziplinäre Spezialisierungslehrgänge stattfinden. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

BOZEN (LPA). Menschen mit einer unheilbaren oder weit fortgeschrittenen Erkrankung brauchen eine gute Begleitung, unabhängig davon, ob sie zu Hause, im Krankenhaus, im Seniorenwohnheim, in einem Hospiz oder durch einen spezialisierten Palliativdienst betreut werden. Eine wichtige Voraussetzung dafür sind Fachkräfte mit entsprechenden Kompetenzen. Deshalb baut das Land die Ausbildung im Bereich Palliative Care aus. Die Landesregierung hat am 6. November beschlossen, für 2026 und 2027 jeweils zwei interdisziplinäre und berufsübergreifende Spezialisierungslehrgänge am Universitären Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe Claudiana in Bozen vorzusehen. Für 2026 war bisher ein Lehrgang vorgesehen, für 2027 keiner.

"Eine gute Palliativversorgung bedeutet, Menschen auch dann bestmöglich zu begleiten, wenn Heilung nicht mehr möglich ist. Es geht um Lebensqualität, Würde und eine Betreuung, die sich an den Bedürfnissen der Betroffenen und ihrer Angehörigen orientiert", sagt Gesundheitslandesrat Hubert Messner. "Dafür brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte im gesamten Gesundheits- und Pflegebereich. Mit den Zusatz-Lehrgängen stärken wir diese Kompetenzen gezielt", erklärt Messner.

Palliative Care ist eine gemeinsame Aufgabe verschiedener Gesundheitsberufe. Die Kompetenzen werden nicht nur in spezialisierten Palliativdiensten, Palliativstationen und Hospizen gebraucht. Sie sind laut Messner auch in den verschiedenen Krankenhausabteilungen, in der wohnortnahen und häuslichen Versorgung sowie in Seniorenwohnheimen und anderen Einrichtungen der Langzeitpflege wichtig. Die weiteren Lehrgänge am Ausbildungszentrum Claudiana bauen auf einem etablierten lokalen und interprofessionellen Ausbildungsangebot auf und sind interdisziplinär und berufsübergreifend ausgerichtet.

Die Zusatz-Lehrgänge sind zugleich ein weiterer Schritt, um den Landesplan zur Stärkung der Palliativversorgung für Erwachsene und Kinder umzusetzen. Dieser wurde im April 2026 beschlossen und sieht vor, die Palliativversorgung weiterzuentwickeln und die staatlich festgelegten Standards umzusetzen. Dazu sollen neben den spezialisierten Angeboten auch die palliativen Kompetenzen in der Basisversorgung gestärkt werden. Zum Ausbau gehört auch die Anpassung der Bettenkapazitäten an den neuen Standard von 8 bzw. 10 Palliativbetten pro 100.000 Einwohner (LPA hat berichtet).

Das Landeskomitee für die Planung im Gesundheitswesen hat Ende Oktober ein positives Gutachten zur Ergänzung des Ausbildungsplans abgegeben.

san